Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie

 

Schielen - Ursachen, Auffälligkeiten, Therapiemöglichkeiten


Unter Schielen oder Schielneigung versteht man ständige oder zeitweise Fehlstellung der Augen, die in jedem Alter auftreten kann.

Schielen kann erworben oder angeboren sein, ständig kosmetisch auffallend oder kosmetisch unauffällig. 

Die Fehlstellung kann einseitig oder wechselseitig auftreten, wobei ein Auge nach außen, innen, oben, unten, verrollend oder kombiniert abweichen kann.

Mögliche Auffälligkeiten/Probleme bei Schielen:
  • kosmetisch sichtbares Abweichen eines Auges/beider Augen (immer oder zeitweise)
  • Doppelbilder
  • Verschwommensehen
  • Kneifen eines Auges
  • Müde, brennende Augen
  • Gefühl von angestrengtem Schauen
  • Kopfschmerzen, Augenschmerzen nach visueller Belastung
  • Gefühl des Abweichens eines Auges

Mögliche Ursachen:

bei Kindern:
  • Vererbung
  • Idiopathisch (ohne erkennbare Ursache)
  • Falsche, un- oder unterkorrigierte Brechungsfehler (Fehlsichtigkeit- Ametropie)
  • Organische Ursachen (Cataract, Medientrübungen, Fehlbildungen des Auges, ...)
  • Bakterielle, virale Infektionen (Grippe, ...) als auslösender Faktor
  • Schlechter Allgemeinzustand

bei Erwachsenen:
  • Angeboren
  • Nach Unfall, Erkrankung (Schlaganfall)
  • Nach Operation (Cataract-Operation, Schädeloperation)
  • Idiopathisch
  • Schlechter Allgemeinzustand 

Therapiemöglichkeiten:

Die Therapiemöglichkeiten werden individuell je nach Schielform, Alter und Problemen angepasst. Die genaue Diagnostik und Abklärung der Schielform und möglichen Ursache erfolgt primär durch die Orthoptistin.

Der erste Schritt bei einem Schielen ist meist die Anpassung einer optimalen Brillenkorrektur nach objektiver Refraktionsbestimmung (mittels Eintropfen). Der Ausgleich eines Refraktionsfehlers beeinflusst den Schielwinkel oft enorm.

Bei Kindern erfolgt danach meist die Vorbeugung/Behandlung einer Sehschwäche, die durch das Schielen entstehen kann, bzw. oft schon entstanden ist. Durch stundenweises Zukleben des besseren Auges wird die Sehschärfe des anderen Auges angehoben. Wichtig sind hierbei engmaschige Kontrollen der Sehschärfe und des Schielens bei der Orthoptistin - sie legt auch den Zukleberhythmus fest, der unbedingt eingehalten werden sollte.

Manchmal kann auch eine Prismentherapie zum Erhalt des beidäugigen Sehens nötig sein. Dies ist jedoch stark individuell von der vorliegenden Schielform abhängig. In der Orthoptik Wels wird eine Prismentherapie bei Doppelbildern und manchmal zur Schieloperationsvorbereitung durchgeführt, selten über einen längeren Zeitraum.

Bei vielen Schielformen ist die Durchführung einer Schieloperation notwendig. Oftmals kann nur dadurch eine wesentliche Verbesserung des beidäugigen Sehens erreicht werden.

Probleme beim unbehandelten Schielen:

Bei unbehandeltem Schielen kann es, vor allem bei Kindern, zur irreparablen Sehschwäche eines Auges kommen und zum Verlust des beidäugigen Sehens.
Ebenso zur Einschränkung in der Berufswahl (durch fehlendes räumliches Sehen, durch unbehandelte Sehschwäche, Probleme bei der Konzentration und der Belastbarkeit beim Arbeiten am Computer, sowie schwerwiegende Sehbehinderung bei Verlust des "guten" Auges (z.B. durch Verletzung).


 

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