Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie

 

Informationen über Schieloperationen


Wann ist eine Schieloperation indiziert?

  • Verbesserung des Binocularsehens (beidäugiges Sehen) möglich
  • Ästhetisch störender Schielwinkel zur Verbesserung der psychosozialen Situation
  • Kopfzwangshaltung und daraus resultierenden Problemen (Probleme der Halswirbelsäule, schlechte Nutzung der Brille)
  • Doppelbilder


Voraussetzung für eine Schieloperation:


  • längerer Beobachtungszeitraum und mehrere orthoptische Untersuchungen, besonders bei Kindern (Schielwinkeländerungen, Refraktionsänderungen, Wachstum)
  • Diagnose der Schielform gesichert
  • Sehschwäche weitgehend behoben
  • Brille konsequent getragen
  • Gute Mitarbeit vorhanden
  • relative Schielwinkelkonstanz
  • bei Doppelbildern durch Augenmuskelparese: Abwarten der Selbstheilungsphase (meist mindestens 1 Jahr)

Operationszeitpunkt:

Bei Kindern wird von uns die Schieloperation meist vor Schulbeginn empfohlen, selten im 1. oder 2. Lebensjahr. Bei manchen Schielformen ist eine abwartende Haltung zu bevorzugen, da sich erfahrungsgemäß bei diesen im Wachstum der Schielwinkel noch deutlich verändern kann.

Die Schieloperation wird bei Kindern in Vollnarkose, bei Erwachsenen entweder in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt.

Operationsarten:

Bei einer Schieloperation können die Augenmuskeln verkürzt, zurückgelagert, gefaltet oder versetzt werden und an einer anderen Stelle des Auges angeheftet. Dadurch wird eine mechanische Änderung der Stellung des Augapfels erreicht. Der Augapfel bleibt in der Augenhöhle und wird nicht eröffnet.

Behandlungserfolg:

20-30 % der Patienten können nach dem Eingriff zumindest grob räumlich sehen. Ein zufriedenstellendes ästhetisches Ergebnis kann fast immer erreicht werden. Bei komplizierten Schielformen und großen Schielwinkeln muss teilweise mehrfach operiert werden.

Wir führen wöchentlich 2-3 Schieloperationen durch. Die Operationsindikation wird aufgrund des orthoptischen und ophthalmologischen Befundes gemeinsam vom operierenden Oberarzt und der betreuenden Orthoptistin gestellt.

Verhaltensmaßnahmen nach der Operation:

  • Körperliche Anstrengung vermeiden (Turnunterricht, Sport, Schwimmverbot für 4 Wochen)
  • Verordnete Medikamente (Augentropfen, Augensalbe) nach Vorschrift anwenden
  • Manipulation am Auge (Reiben) vermeiden
  • Nachuntersuchungen wahrnehmen

Folgende Operationen werden bei uns angeboten/durchgeführt:

  • einfache Schieloperationen bei Innen- oder Außenschielen (kombinierte Schieloperation)
  • Schieloperationen bei Höhenschielen (Obliquus-Chirurgie)
  • Operation bei Kopfzwangshaltung durch Nystagmus (Kestenbaum-Operation oder artifizielle Divergenz)
  • Operation bei Konvergenzexzess und schwankendem Schielwinkel (Faden-Operation)
  • Operation bei Augenmuskelparesen


 

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