Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie

 

Sehschwäche/Amblyopie - Ursachen, Auffälligkeiten, Therapiemöglichkeiten


Okklusionsbehandlung (Zukleben) bei Sehschwäche

Unter Amblyopie versteht man die Sehschärfenherabsetzung eines oder beider Augen, die aufgrund ungenügender Stimulierung des/der Auges/Augen entsteht und trotz optimaler Brille nicht alleine behoben werden kann.
Eine Amblyopie geht nicht mit einem organischen Fehler einher, der das Ausmaß der Sehschärfenherabsetzung erklären würde.


Für die Entstehung einer Amblyopie sind nur KINDER bis zum ca. 7. Lebensjahr gefährdet. Nach dem 7. Lebensjahr ist die Reifung des visuellen Systems weitgehend abgeschlossen, weshalb eine Amblyopie kaum mehr entstehen kann.


Mögliche Ursachen ein- oder beidseitiger Sehschwächen:

  • Schielen: vor allem einseitiges, ständiges Schielen (Achtung: Es gibt auch Schielformen, die kosmetisch nicht auffallen und zur hochgradigen Sehschwäche führen können!)
  • Ungleichsichtigkeit (Anisometropie)
  • Spät korrigierte Fehlsichtigkeit
  • Linsentrübung
  • Verletzung des Auges
  • Herabhängen eines Oberlides (Ptosis)
  • Augenzittern
  • Augenbewegungsstörung eines Auges
  • Trübungen der Medien (Hornhaut)

Therapie:

Die beste Therapie ist die Prävention!

Aus diesem Grund wurde die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung im 22.-26. Lebensmonat eingeführt. Diese muss beim Augenfacharzt durchgeführt werden mit zwingender Untersuchung der Augen mittels Eintropfen! Werden dort Auffälligkeiten wie Sehschwäche oder Schielen festgestellt erfolgt oft eine Überweisung an die Orthoptik/Sehschule, außer der Augenarzt arbeitet selbst mit einer Orthoptistin zusammen.

Als Therapie erfolgt meist frühestmöglich die optimale Brillenkorrektur nach objektiver Bestimmung des Brechungsfehlers (Fehlsichtigkeit) mittels Eintropfen.

Okklusionspflaster

Eine Abklebtherapie (Okklusionsbehandlung) des besser sehenden Auges, um das schwächere zu trainieren, kann bei Amblyopie nötig sein. Ob und in welchem Rhythmus diese durchgeführt werden muss, hängt vom orthoptischen und ophthalmologischen Befund ab. Die Entscheidung wird bei jedem Kind individuell getroffen.

Wenn eine Occlusionstherapie nötig ist, wird diese anfangs meist mittels Pflasterokklusion (facial) durchgeführt.
Später ist auch eine Okklusion auf der Brille möglich.
Teilweise kann eine Erhaltungstherapie bis zur Pubertät möglich sein, ist aber eher selten der Fall.

Je früher mit einer Behandlung begonnen werden kann, umso besser ist die Chance auf eine Vollheilung (volle Sehschärfe beidseits).  Die Prognose variiert jedoch auch stark von der Ursache der Sehschwäche. Bei zu später Erstdiagnostik ist oftmals keine Verbesserung der Sehleistung mehr möglich!


 

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