Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie

 

Doppelbilder - Ursachen, Auffälligkeiten, Therapiemöglichkeiten


Untersuchung der Doppelbilder an der Harmswand

Unter einer Augenmuskellähmung versteht man eine Bewegungseinschränkung eines oder mehrerer Augenmuskeln.
Jedes Auge hat sechs Augenmuskeln und einen Lidhebermuskel, die von drei Hirnnerven versorgt werden.
Fallen einer oder mehrere dieser Muskeln aus, kann es zu horizontal, vertikal oder schrägen Doppelbildern kommen.

Doppelbilder sind meist Symptome anderer zugrunde liegender Erkrankungen.
Deshalb sollte bei Doppelbildern immer eine genaue orthoptische Untersuchung erfolgen.

Wenn bei Patienten Doppelbilder akut auftreten, ist bei uns eine sofortige Vorstellung an der Orthoptik (Sehschule) zur genauen Diagnostik der Doppelbilder möglich. Danach erfolgt meist (je nach Diagnose) eine stationäre Aufnahme für die Durchführung verschiedener Untersuchungen (Bildgebung, neurologische Vorstellung, Blutabnahme, ...) zur Erkennung der zugrunde liegenden Störung.

Mögliche Ursachen für Doppelbilder:

  • Durchblutungsstörungen (vaskulär) der augenmuskelversorgenden Hirnnerven
  • Internistische Erkrankung (Endokrine Orbitopathie)
  • Neurologische Erkrankung (Schlaganfall, Multiple Sklerose, Myasthenie, Borreliose, ...)
  • Mechanische Augenbewegungsstörungen (nach Unfall)
  • Augenerkrankung, bzw. nach Augenoperation (Cataract-Operation, Ablatio-Operation)
  • Dekompensation eines angeborenen Schielens
  • Falsche Brille
  • Tumore, ....

Subjektive Beschwerden:

  • Doppelbilder (durch Zukneifen eines Auges Einfachsehen möglich)
  • Verschwommensehen
  • Lähmung des Lidhebermuskels
  • Orientierungs- und Raumsinnstörungen
  • Schwindel
  • Unterschiedlich große Pupillen
  • Sichtbare, entstellende Schielstellung
  • Schmerzen bei Augenbewegung
  • Bewegungseinschränkung eines oder beider Augen in eine oder mehrere Richtungen
  • Hervortreten eines Auges

Diagnostik:

Mittels orthoptischer Diagnostik können meist genau der/die betroffenen Augenmuskel erkannt werden.
So kann eine gezielte Untersuchung auf mögliche Ursachen erfolgen.
Durch exakte Schielwinkelmessungen und Beurteilung der zentralen Augenbewegungen kann die Prognose und der Verlauf genau beurteilt werden.

Orthoptische Therapie bei Doppelbildern:

  • Krankheitsaufklärung und Beratung unter Einbeziehung der Angehörigen
  • Beratung und Planung der Therapiemöglichkeiten
  • Prismenversorgung zum Doppelbildausgleich
  • Betreuung bei bleibenden störenden Doppelbildern
  • Anleitung zu bestimmten Verhaltens- und Vermeidungsstrategien
  • Empfehlung, Vorbereitung und Nachsorge bei Augenmuskeloperationen
  • Verlaufskontrollen und Nachsorge
  • Therapiemotivation

Der Ausgleich von Doppelbildern trägt wesentlich zur Lebensverbesserung und Verbesserung rehabilitativer Maßnahmen bei. Der Leidensdruck bei Doppelbildern kann oft sehr hoch sein! Der Stellenwert der Therapie bei Doppelbildern ist leider noch relativ unbekannt und wird erfahrungsgemäß (noch) nicht so hoch geschätzt, wie er werden sollte.


 

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