Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie

 

Elektrophysiologie


VEP


Seit 2007 werden an der Orthoptik/Sehschule auch elektrophysiologische Untersuchungen durchgeführt. Darunter versteht man verschiedene Verfahren zur Untersuchung der Netzhaut und des Sehnerven sowie der Weiterleitung vom Auge zum Gehirn.
Bei diesen Untersuchungen werden Elektroden an Kopf und Augen angelegt und Reizantworten der Netzhaut und der Sehnerven aufgezeichnet, die anschließend ausgewertet werden. Dadurch können bestimmte Netzhaut- und Sehnervenerkrankungen wie z. B. Retinitis pigmentosa, Zapfendystrophie u.s.w. diagnostiziert werden.


Man unterscheidet verschiedene Untersuchungen:


  • ERG:

Die Elektroretinographie gibt die Massenantwort der Netzhaut auf visuelle Reize wieder. Hierbei wird die Funktion der Stäbchen (Hell-/Dunkelsehen) und Zapfen (Farbsehen) überprüft. Bei dieser Untersuchung werden die Pupillen erweitert und die Augen des Patienten müssen sich 30 Minuten an die Dunkelheit gewöhnen (Dunkeladaptation), bevor mit der Untersuchung begonnen wird. Dann wird die Netzhaut durch Lichtblitze unterschiedlicher Intensität gereizt.
 

  • VEP:

Visuell evozierte Potenziale sind elektrische Potenzialdifferenzen, die nach visueller Reizung von der Kopfoberfläche abgeleitet werden. Der Patient schaut dabei auf ein sich bewegendes Schachbrettmuster.
 

  • Multifokales ERG:

Bei dieser Untersuchung wird speziell der zentrale Teil der Netzhaut untersucht. Auch hier schaut der Patient auf ein sich bewegendes Schachbrettmuster.


  • EOG:

Elektrookulographie wird zur Diagnostik von Morbus Best (Makulaerkrankungen) angewandt. Mit seitlich an den Augen aufgeklebten Elektroden wird bei horizontalen Augenbewegungen (Der Patient blickt abwechselnd nach rechts und links) eine Spannungsänderung zwischen beiden Elektroden gemessen.


Bevor eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt wird, ist eine Erstuntersuchung an der Orthoptik/Sehschule nötig.


 

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