FAQ - Häufige gestellte Fragen
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1. Mein Kind sieht jeden Krümel und soll nach
Anweisung der AugenärztIn und/oder Orthoptistin eine
Brille tragen, weil es über 2 Dioptrien weitsichtig ist.
Warum muss diese Brille getragen werden?
Eine Weitsichtigkeit entsteht dadurch, dass das Auge anatomisch zu klein gebaut ist. Dadurch kommt es zu keiner genauen, scharfen Abbildung auf der Netzhaut. Durch die Krümmung der Augenlinse (=Akkommodation) kann dieser "Baufehler" jedoch korrigiert werden. Dadurch entsteht eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut. An die Fähigkeit der Akkommodation ist auch die Konvergenz (Zueinanderschauen der Augen) gekoppelt, damit in der Nähe keine Doppelbilder entstehen. Ein Kind kann aufgrund guter Akkommodationsreserven oft selbst sehr hohe Dioptrien für kurze Zeit ausgleichen. Auf Dauer kann dies jedoch zu Kopfschmerzen, Verschwommensehen, Verlust des beidäugigen Sehens, motorischer Beeinträchtigung oder im schlimmsten Fall zu Schielen führen. Aus diesem Grund wird, wenn noch keine Beschwerden vorhanden sind, prophylaktisch eine Brille verordnet, damit sich die Sehschärfe gut entwickeln kann und einem Schielen vorgebeugt wird. 2. Mein Kind hat eine Brille bekommen - muss diese immer getragen werden? Grundsätzlich gilt: Ja, eine verordnete Brille sollte immer getragen werden. Vor allem wenn eine Brille wegen hoher Weitsichtigkeit (Hyperopie), Kurzsichtigkeit (Myopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oder Ungleichsichtigkeit (Anisometropie) verordnet wurde. Wird die Brille nur sporadisch getragen, kann eine Sehschwäche entstehen! Bei Sonderverordnungen (zB Lesebrille) aufgrund spezieller Probleme sollte die Brille vor allem bei visueller Belastung getragen werden. 3. Mein Kind hat eine Brille verordnet bekommen - muss es jetzt ein Leben lang Brille tragen? Dies ist abhängig davon, wie sich die Refraktion entwickelt, bzw. ob zusätzlich ein Schielen vorliegt. Eine Weitsichtigkeit kann im Laufe der Zeit durch Wachstum der Augen weniger werden. Bei Kurzsichtigkeit wird die Brille auf jeden Fall bleiben, da sich eine Kurzsichtigkeit nicht "auswachsen" kann. Durch das Wachstum kommt es meist eher zur Zunahme der Kurzsichtigkeit. Bei Hornhautverkrümmung sind durch das Wachstum ebenso Änderungen möglich. Liegt eine sehr hohe Hornhautverkrümmung vor, so ist es eher unwahrscheinlich, dass diese völlig verschwindet. 4. Mein Kind hat eine Brille und trägt diese immer. Trotzdem werden die Dioptrien immer mehr. Werden die Augen durch die Brille schlechter? NEIN - es ist ein häufiger Irrglaube, dass das Tragen einer Brille die Augen verschlechtert. Die Brechkraft (Refraktion) des Auges ändert sich einzig und allein durch das Wachstum der Augen. Ob nun eine Brille getragen wird oder nicht ändert nichts am Wachstum. Wird jedoch ein (höherer) Brechungsfehler nicht korrigiert, kann daraus eine Sehschwäche entstehen. Da sich die Sehschärfe in den ersten Lebensjahren entwickelt, kann eine zu späte Brillenanpassung zu einer (lebenslang!) bleibenden Sehschwäche führen. Diese kann dann später mit Brillen alleine nicht mehr behoben werden. 5. Mein Kind/ich werde schieloperiert. Muss es/ich nach der Schieloperation die Brille noch tragen? JA - bei einer Schieloperation wird die Stellung der Augen durch operative Verkürzung/Verlagerung der Augenmuskeln korrigiert. Die Refraktion des Auges ist unabhängig von der Stellung des Auges. Dadurch wird die Refraktion durch die Schieloperation nicht beeinflusst - die Brille bleibt. Vor allem bei Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung ist es wichtig, dass die Brille auch nach der Operation konsequent getragen wird, da der Schielwinkel maßgeblich durch die Brille beeinflusst wird. Wird die Brille nicht mehr getragen, so besteht die Gefahr von Doppelbildern, einer erneuten Schielwinkelzunahme und eventuellen zweiten Operation. War vor der Operation nur eine Prismenbrille (zum Ausgleich eines Schielens) nötig, so kann es sein, dass nach der Operation keine Brille mehr getragen werden muss (da der Schielwinkel durch die Operation behoben worden ist). 6. Mein Kind muss ein Auge zukleben. Was muss ich beachten? Warum kleben manche Kinder mit einem Pflaster und andere haben eine Folie? Okklusionsbehandlung (Zukleben) ist dann nötig, wenn eine Sehschwäche vorliegt, die mit alleiniger Brillenkorrektur nicht behoben werden kann. Es gibt verschiedene Formen des Zuklebens: - facial (mit Pflaster auf der Haut) - dunkeln oder hellen Folien auf der Brille Augenpflaster: Vorteile: - Augenpflaster sind aus einem speziellen, luftdurchlässigen, sehr hautfreundlichen Material gefertigt - Schauen mit dem besseren Auge wird zu 100 % vermieden - ein Darüberschauen ist nicht möglich - bei höherer Sehschwäche die wirksamste Therapie - bei konsequenter Durchführung meist schneller Erfolg möglich Nachteile: - Allergische Reaktion möglich - Rutschen der Brille möglich - Schwitzen unter dem Pflaster, vor allem im Sommer Brillenfolien: Vorteile: - Kein Schwitzen unter der Folie - Keine Allergie möglich - bessere Toleranz durch die Umgebung und durch das Kind Nachteile: - Drüberschauen jederzeit möglich - keine so gute Wirkung wie bei Pflasterokklusion - Irritation durch seitlichen Lichteinfall oder Lichtdurchlässigkeit möglich |
