Hitze

Die besten Hitzetipps

Trotz wiederholter Regenphasen spart der Sommer 2020 nicht mit heißen Temperaturen. Damit es uns auch in der Hitze gut geht, darf der Körper nicht überhitzen: Um abzukühlen, wird bei höheren Temperaturen die Schweißproduktion gesteigert, über die Verdunstung entsteht Kälte. Der Körper erweitert die Hautgefäße, somit wird die Durchblutung erhöht und mehr Wärme aus dem Körperinneren abgegeben. Verstärkt arbeiten muss dabei das Herz, der Kreislauf steht enorm unter Belastung. Bei Bluthochdruck und Herzschwäche kann große Hitze deshalb gefährlich werden. Kardiologe Paul Bruckenberger vom Klinikum Wels-Grieskirchen erklärt, wie man sich bei hohen Temperaturen am besten abkühlt.

 

„Durch die physiologische Wärmeregulation kommt es zu einer deutlichen Mehrbelastung des Herz-Kreislauf-Systems, die bei bereits bestehenden Herzkreislauferkrankungen auf Dauer nicht kompensiert werden kann“, erklärt der Welser Internist und veranschaulicht: „Beispielsweise bei einem Saunabesuch bei 80 Grad Lufttemperatur kommt es zu einer Zunahme der gesamten Hautdurchblutung, sodass sich das Herzzeitvolumen gegenüber Ruhebedingungen nahezu verdoppeln muss.“ Auch steigt bei Hitze die Gefahr der Dehydratation und Elektrolytverschiebungen, bei Herzerkrankungen zumeist noch unterstützt durch die vorliegende Dauermedikation.

Wie sich Herzkranke effektiv und schonend abkühlen

„Prinzipiell gelten auch für Herzpatienten die allgemeinen Maßnahmen zur Abkühlung“, so Bruckenberger. An sehr heißen Sommertagen sollen schattige und kühle Plätze aufgesucht werden und speziell für ältere Menschen sei es wichtig, die Kleidung den Temperaturen anzupassen und körperliche Anstrengung zu vermeiden, rät der Experte.

OA Dr. Paul Bruckenberger7

 

„Durchaus dürfen Herzpatienten auch eine kühle Dusche nehmen. Hierbei sollte jedoch nicht zu kaltes Wasser verwendet und auf langsame Abkühlung geachtet werden.“

OA Dr. Paul Bruckenberger
Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin

 

Besonderes Augenmerk gilt der Flüssigkeitsbilanz und dem Elektrolythaushalt. „Eine verordnete Flüssigkeitsrestriktion kann etwas gelockert und die Entwässerung pausiert werden – aber bitte nur nach Rücksprache mit Ihrem Facharzt! Bei länger anhaltenden Hitzeperioden müssen mitunter auch die Blutdruck- bzw. Herzinsuffizienzmedikamente durch den Internisten angepasst werden. Regelmäßige Blutdruckmessungen werden empfohlen.“ Um eine optimale Flüssigkeitsbilanz zu erzielen, ist es wichtig, täglich das Gewicht zu wiegen. Eine zusätzliche Kontrolle der Elektrolyte kann erforderlich werden, um eine entsprechende Substitutionstherapie einzuleiten bzw. zu kontrollieren.

Ab ins kühle Nass

Ein Sprung ins kalte Wasser ist verlockend. „Bei gesunden Menschen ist dagegen nichts einzuwenden. Davor aber bitte langsam abkühlen, damit sich die Körpertemperatur nicht zu schnell verändert!“, rät der Mediziner. Auch das Trinken von zu kalten Erfrischungsgetränken ist kontraproduktiv. „Denn dadurch wird wiederum die körpereigene Wärmeproduktion angeregt. Gut geeignet sind reichlich Mineralwasser, verdünnter Fruchtsaft oder Früchtetee – aber eben normal temperiert.“ Eher vermeiden sollte man deftige eiweißreiche Kost, besser geeignet ist die leichte mediterrane Küche. „Verzichten Sie bei starker Hitze außerdem auf Alkohol, Süßgetränke und Kaffee!“, so Bruckenberger. Sportler werden besser an den Tagesrandzeiten aktiv.

Um gut durch die Hitze zu kommen, sollten vor allem Herzpatienten Folgendes beachten:

  • Täglich Blutdruck und Körpergewicht kontrollieren, notieren und vergleichen! Besprechen Sie Auffälligkeiten mit Ihrem Arzt!
  • Suchen Sie schattige und kühle Plätze auf und passen Sie Ihre Kleidung den Temperaturen an!
  • Nehmen Sie ausreichend nicht-alkoholische, nicht zu stark gekühlte Flüssigkeit und Kohlenhydrate zu sich – am besten öfter in kleineren Mengen, auch wenn Sie kein Durst- oder Hungergefühl verspüren! 
  • Passen Sie Ihre Aktivitäten der Außentemperatur an! Achtung vor allem beim Wandern an zu heißen Tagen – es kann zu einer Hitzeerschöpfung kommen!
  • Halten Sie regelmäßigen Kontakt zu Ihrer Familie, Ihren Freunden oder Nachbarn! Diese Menschen werden bemerken, wenn Sie in einer medizinischen Notlage stecken und Hilfe brauchen.

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