Prim. Priv.‐Doz. Dr. Ronald Binder mit der glücklichen Patientin

Undichte Trikuspidalklappe mittels Kathetertechnik ersetzt

Erstmals in Österreich wurde im Oktober 2018 am Klinikum Wels-Grieskirchen einer Patientin von der Leiste aus ohne Eröffnung des Brustkorbs erfolgreich eine Transkatheterherzklappe in einen Trikuspidalring implantiert. Innovative kardiologische Interventionen ermöglichen heute mittels Kathetertechnik schonende und wirksame Behandlungen am schlagenden Herzen.

 

Um den Blutfluss in eine Richtung zu lenken, besitzt das Herz vier Klappen, die wie Ventile funktionieren. Ist eine Herzklappe stark undicht, muss sie repariert oder ersetzt werden. Je nachdem, welche Herzklappe betroffen ist, welche Klappen-Veränderungen vorliegen und welches Operationsrisiko für den Patienten besteht, erfolgt der Eingriff unter Eröffnung des Brustkorbes oder mittels Kathetertechnik. Während die Implantation von Transkatheterklappen von der Leiste aus bei drei von vier Herzklappen verbreitet ist, wurde die vierte Herzklappe, die Trikuspidalklappe, bisher chirurgisch versorgt.

Premiere am Klinikum Wels-Grieskirchen

Am 23. Oktober 2018 erfolgte am Klinikum Wels-Grieskirchen eine Österreich-Premiere: Nicht in Form einer Operation, sondern mittels eines kardiologischen Eingriffs (Kathetertechnik) wurde einer Patientin von der Leiste aus erfolgreich eine Transkatheterklappe in einen Trikuspidalring implantiert. „Die Patientin litt an einer schweren Undichtigkeit der Trikuspidalklappe, was sich mit Luftnot, Leistungsschwäche und Wasseransammlungen in den Beinen und im Bauch manifestierte“, erklärt Ronald Binder, Leiter der Inneren Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin, am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Auf Grund des Alters und der Voroperation am Herzen entschied sich das ‚Heart Team‘ des Klinikums, bestehend aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten, für den schonenden Eingriff. Hierbei wurde über die rechte Leiste eine Transkatheterklappe ins Herz eingebracht und im Trikuspidalring entfaltet.“ Die Patientin konnte bereits am nächsten Tag aufstehen, selbständig gehen und nach wenigen Tagen das Spital wieder verlassen. 

Prim. Priv.‐Doz. Dr. Ronald Binder mit der glücklichen Patientin
Prim. Priv.‐Doz. Dr. Ronald Binder, Leiter der Kardiologie, mit der glücklichen Patientin

Eine wieder funktionstüchtige Herzklappe bedeutet für Patienten eine entscheidende Steigerung der Lebensqualität. Das Problem ist damit prinzipiell behoben und eine medikamentöse Behandlung nur noch bedingt notwendig. Die Funktion der Klappe ist wieder normal und die Lebenserwartung – abhängig von weiteren Erkrankungen – entsprechend erhöht.

Röntgenaufnahme während der Herzklappenimplantation
Herzultraschall zwei Tage nach der Implantation

 

 

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