Kinderambulanz

Asthma: frühzeitig behandelt, besser kontrollierbar

Am ersten Dienstag im Mai findet jährlich der Welt-Asthma-Tag statt. Die „Global Initiative for Asthma (GINA)“ will mit dem Aktionstag vor allem öffentlich darauf hinweisen, dass die folgenschwere Erkrankung nicht unterschätzt werden darf – sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Durch Entzündung und Verschleimung der Atemwege kann die Lebensqualität der Betroffenen stark eingeschränkt sein. Umso wichtiger ist es, Asthma bereits im Kindesalter zu erkennen, den Umgang mit der Erkrankung frühzeitig zu erlernen und einer Verschlechterung durch gezielte Medikation vorzubeugen.

 

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen der westlichen Welt. Laut Statistik Austria leben in Österreich etwa sieben Prozent der Bevölkerung mit Asthma, mehr als eine halbe Million Menschen. Darunter auch rund 42.000 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren.

Frühe Diagnose wichtig

Je früher Asthma diagnostiziert wird, umso besser kann die Lungenerkrankung unter Kontrolle gehalten werden. „Wichtig ist es, Asthma schon im Anfangsstadium zu erkennen“, so Josef Eckmayr, Leiter der Abteilung für Lungenkrankheiten am Klinikum Wels-Grieskirchen.

 

Prim. Dr. Josef Eckmayr

 

„Erste Signale sind meist bereits im Volksschulalter zu bemerken, wie etwa wiederholte Hustenattacken, pfeifende Atemgeräusche und das Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen.“

Prim. Dr. Josef Eckmayr
Leiter der Abteilung für Lungenkrankheiten

 

 

Erster Ansprechpartner bei Beschwerden ist der Hausarzt bzw. der Kinder- und Lungenfacharzt, der die Anamnese und erste allgemeine körperliche Untersuchungen durchführt. Notwendige weiterführende Untersuchungen werden vom Facharzt im niedergelassenen Bereich oder am Klinikum Wels-Grieskirchen von den Spezialambulanzen der Kinderabteilung und der Pneumologie vorgenommen. Die Resultate sind dann richtungsweisend für das Identifizieren von Auslöser und Schweregrad des Asthmas. Um einer Verschlechterung der Lungenerkrankung durch angepasste Medikation vorzubeugen, sollten die Werte regelmäßig überprüft werden. 

Asthma unter Kontrolle

Asthma gilt derzeit als nicht heilbar. „Bei Kindern kann die Erkrankung während des Heranwachsens verschwinden bzw. sich abschwächen“, so Eckmayr. „Allgemein kann bei Asthma die Verkrampfung der Bronchialmuskulatur durch Medikamente gut behandelt werden, sodass der Atemvorgang wieder solide funktioniert. Wird Asthma jedoch nicht adäquat behandelt, verändern sich die Atemwege durch die chronischen Entzündungsvorgänge negativ, was zu dauerhaften Schädigungen führen kann.“ Das Meiden der auslösenden Stoffe, bewusstes Verhalten, wie zum Beispiel das Führen eines Asthmatagebuches, sowie die Einnahme der richtigen Medikamente beeinflusst Asthma positiv. Als Ursachen der Erkrankung gelten einerseits Eigenfaktoren, zum Beispiel die Erbanlagen, Umgebungsfaktoren, wie Allergene, Zigarettenrauch, Infekte und Umweltverschmutzung, aber auch berufsbedingte Auslöser, beispielsweise durch Klebstoffe, Lacke oder Latex. „In der Behandlung von schwerem Asthma bronchiale hat es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gegeben“, weist Walter Bonfig, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen, hin.

 

Prim. Univ.-Prof. Dr. Walter Bonfig

„Je nach Ursache der Erkrankung stehen in der modernen Asthmatherapie mittlerweile auch sogenannte Biologika zur Verfügung. Dabei handelt es sich um spezielle Antikörpertherapien, die gezielt in die Entzündungskaskade eingreifen. Die Indikationsstellung zu einer solchen Therapie sollte in erfahrenen Zentren erfolgen.“

Prim. Univ.-Prof. Dr. Walter Bonfig
Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde

 

Bei für die Therapie in Frage kommenden Patienten kann mit Biologika meist eine deutlich verbesserte Asthmakontrolle und Lungenfunktion erreicht werden. Nähere Informationen dazu erhalten Betroffene durch ihren Facharzt sowie durch die Spezialambulanzen am Klinikum.

Asthma und SARS-CoV-2 Infektion

Bei gut kontrolliertem Asthma besteht grundsätzlich kein erhöhtes Risiko für einen komplikationsbehafteten COVID-19-Verlauf, anders verhält es sich bei schlecht kontrolliertem Asthma. „Es ist daher besonders wichtig, dass Asthma-Patienten ihre Medikamente, die zu einer guten Krankheitskontrolle beitragen können, jetzt besonders konsequent einnehmen“, appelliert der Lungenprimar. „Das gilt insbesondere auch für inhalative Kortisonpräparate, die eine gute Kontrolle dieser chronisch entzündlichen Erkrankung ermöglichen.“

 

Stand: April 2022