Kinderorthopädie

Aufrecht und beweglich von Kindesbeinen an

Als Spezialgebiet der Orthopädie beschäftigt sich die Kinderorthopädie mit Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen. Auch neurologische Erkrankungen können die unterschiedlichsten Auswirkungen auf die Motorik der Heranwachsenden haben. An der Spezialambulanz Neuroorthopädie am Klinikum Wels-Grieskirchen werden Therapien für eine bestmögliche Mobilität der Kinder geplant.

 

Je nach Krankheitsbild werden die jungen Patienten interdisziplinär begutachtet.

OA Dr. Thomas Fingernagel

„Neben den bekannten kinderorthopädischen Krankheitsbildern, wie der Skoliose der Wirbelsäule oder dem Klumpfuß, sehen wir im Speziellen Kinder mit neuroorthopädisch bedingten Störungen. Dazu zählen Spaltbildungen der Wirbelsäule, angeborene Gelenksteifigkeit, aber auch durch eine frühkindliche Hirnschädigung bedingte Einschränkung des Aktionsradius.“

OA Dr. Thomas Fingernagel, Abteilung für Orthopädie 

Bewegungsstörungen bei infantiler Cerebralparese

Das Krankheitsbild der infantilen Cerebralparese ist kein einheitliches. „Typisch sind allerdings eine Verzögerung in der motorischen Entwicklung sowie Bewegungs- und Haltungsstörungen, welche durch abweichende Muskelspannung und -stärke sowie ein fehlerhaftes Zusammenspiel der Bewegungsabläufe verursacht werden“, so Fingernagel. „Die Bewegungsstörungen der infantilen Cerebralparese können aber auch zu Spätfolgen, wie Veränderungen an Muskeln, Knochen und Gelenken, führen. Fuß- oder Hüftfehlstellungen treten häufig in Zusammenhang mit der Erkrankung auf.“

Verbesserungen im Alltag durch optimale Therapie

Im Mittelpunkt der Behandlung steht eine multidisziplinäre Therapie. Besonders bedeutend sind dabei Maßnahmen der Logopädie, Ergotherapie und speziell der Physiotherapie, die in Ergänzung mit einer individuellen Schienen- und Orthesenversorgung eine Verbesserung im Alltag bedeuten. Da neurologische Erkrankungen die unterschiedlichsten Auswirkungen auf den Bewegungsapparat haben können, muss für eine gezielte Behandlung bei stärkeren Funktionsdefiziten aber neben der konservativen auch das gesamte Spektrum an operativen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. „Hier hat sich gezeigt, dass bei Eingriffen an Muskeln, Sehnen und Bändern die erhoffte Wirkung oft nur kurz besteht und langfristig wieder mit einer Verschlechterung zu rechnen ist“, gibt der Welser Orthopäde zu bedenken. „Damit der Patient seine Gehfähigkeit nicht verliert, ist das Mittel der Wahl ein Eingriff am Knochen – so wird unter Zuhilfenahme der vorhandenen Muskelfunktion eine Verbesserung der Biomechanik erreicht.“

Kinderorthopädie am Schwerpunkt­krankenhaus

Die kinderorthopädische Betreuung beginnt allgemein bereits nach der Geburt mit der Hüftsonographie. Ist das Hüftgelenk des Neugeborenen nicht ausgereift, kann rasch die notwendige Behandlung gestartet werden. „Das gesamte Spektrum der in Frage kommenden Behandlungsmöglichkeiten einer unreifen Hüfte kann am Klinikum Wels-Grieskirchen durchgeführt werden“, erklärt Fingernagel. „Dies umfasst die leitliniengerechte Abspreizbehandlung, das Anfertigen von Gipsen und im Bedarfsfall auch operative Korrekturen des Hüftgelenks.“ Weiterführende Informationen zu den kinderorthopädischen Schwerpunktthemen am Klinikum Wels-Grieskirchen, wie zum Beispiel Skoliose, Klumpfuß, Morbus Perthes, Arthrorise bei Plattfuß, Therapie der angeborenen oder habituellen Patellaluxation sowie die Korrektur von Achsfehlstellungen und angeborenen Deformitäten, finden Sie unter Schwerpunkte Orthopädie.

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