Orange the world

Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Um bewusst zu machen, dass häusliche Gewalt gegen Frauen besonders in Zeiten von Quarantäne und Ausgangssperren Thema ist, erstrahlt das Klinikum Wels-Grieskirchen von 25. November bis 10. Dezember in der Signalfarbe Orange. Als Partner der weltweiten Aktion „Orange The World“ setzt das Schwerpunktkrankenhaus ein leuchtendes Zeichen für mehr Bewusstsein für psychische, physische und sexuelle Gewalt.

 

„In Zeiten der Krise, in welchen naturgemäß das Thema Corona vorherrscht, möchten wir ganz bewusst den Aktionszeitraum nutzen und wiederholt ein Signal setzen: 16 Tage in Orange gegen häusliche Gewalt“, erklärt Elisabeth Leeb, Koordinatorin der Opferschutzgruppe am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Elisabeth Leeb

 

„Der Alltag Vieler ist 2020 geprägt von Ungewissheit und Zukunftsängsten, von finanziellen und gesundheitlichen Sorgen und in Zeiten des Lockdowns auch von sozialer Isolation. Dies sind Faktoren, die einen Anstieg häuslicher Gewalt verursachen können.“

Mag. (FH) Elisabeth Leeb, BA
Koordinatorin Opferschutzgruppe, Klinikum Wels-Grieskirchen

 

Gerade jetzt ist es wichtig, Opfern einen niederschwelligen Zugang zu Information und Schutz bieten zu können. „Die Opferschutzgruppe am Klinikum arbeitet auch in Zeiten der Pandemie, seit 2020 sogar in aufgestockter Form, für das Wohl der Patientinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind“, so Klinikum-Geschäftsführer Dietbert Timmerer.

Mag. Dietbert Timmerer

 

„Unsere orange Beleuchtung soll die Öffentlichkeit, aber auch unsere Mitarbeiter einmal mehr daran erinnern, dass die im Klinikum eingerichtete Opferschutzgruppe ein wichtiger Partner in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist.“

Mag. Dietbert Timmerer
Geschäftsführer, Klinikum Wels-Grieskirchen

Mut für ein gewaltfreies Leben

Im Vorjahr waren im Aktionsraum Vertreterinnen der drei Damenserviceclubs Soroptimist International Club Wels, Ladies Circle 13 und Lions Club Wels Leonessa mit dem Mutobjekt der Welser Künstlerin Bianca Kiso am Standort Wels vertreten. Der aus Metall geformte Kreis symbolisiert die Ermutigung zu einem Leben ohne Gewalt. Gegen eine Spende konnten Besucher und Mitarbeiter daran orange Schleifen befestigen. So entstand schließlich ein orangefarbener Kreis, welcher seit damals permanent im Klinikum ausgestellt ist, um auf die Arbeit der Klinikum-Opferschutzgruppe aufmerksam zu machen. „Das Mutobjekt der Kampagne ‚Orange the World‘ aus dem Vorjahr leuchtet nach wie vor in der Signalfarbe gegen häusliche Gewalt in den Gängen des Klinikums“, so Leeb. „Es fordert auf zum Hinschauen, zum Nachdenken und Mut fassen – eine Aktion, die anhaltend Präsenz hinterlassen hat für eine Thematik, welche sonst gern hinter den Mauern des Privaten verschwindet.“

Opferschutzgruppe am Klinikum Wels-Grieskirchen

Ärzte und Pflegekräfte sind häufig die einzigen, die Auswirkungen häuslicher Gewalt in Form von körperlichen Beschwerden wahrnehmen können. „Im Verlauf der Gewaltspirale nehmen diese Mitarbeiter eine Schlüsselrolle ein“, weist Timmerer hin. „Deshalb haben wir in unserem Krankenhaus die interne Opferschutzgruppe etabliert, welche das Personal in der Früherkennung möglicher Warnzeichen unterstützt und eine umfassende Betreuung der Opfer sicherstellt.“ Neben der Bewusstseinsbildung bei Klinikum-Mitarbeitern und Betroffenen ist die Etablierung von Standards, wie intern im Bedarfsfall vorgegangen wird, die wichtigste Aufgabe der Opferschutzgruppe. „Die notwendigen Schritte reichen neben der medizinischen Versorgung von einer Anzeige bei der Polizei über die lösungsorientierte Beratung bis hin zur Kontaktaufnahme zu externen Stellen, wie Frauenberatung, Gewaltschutzzentren und Frauenhäuser, auf Wunsch der Frauen“, so Koordinatorin Leeb. Das Team setzt sich aus Ansprechpartnern verschiedenster Disziplinen, wie etwa der Zentralen Notfallambulanz, der Unfallerstversorgung, der Gynäkologie, der Dermatologie oder der HNO-Abteilung, der Klinischen Psychologie und der Klinischen Sozialen Arbeit, zusammen. 

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