Nuklearmedizin

Frauenleiden Schilddrüsenerkrankung

Von krankhaften Veränderungen der Schilddrüse sind drei Mal mehr Frauen betroffen als Männer, vor allem bedingt durch die hormonellen Umstellungen in Pubertät, Schwangerschaft und Wechsel. Bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis kommt es langfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion, wobei anfänglich aufgrund der Zerstörung von Schilddrüsengewebe auch eine Überfunktion auftreten kann. 

 

Arbeitet sie normal, ist in unserem Körper alles im Lot: Als endokrines Organ produziert die Schilddrüse jene Hormone, die sämtliche Stoffwechselprozesse in den richtigen Takt bringen. Bei einer Unterfunktion laufen Körperfunktionen zu langsam, bei einer Überfunktion zu schnell ab. Zu den häufigsten Ursachen einer Unterfunktion zählt die Hashimoto-Thyreoiditis, eine heute immer öfter diagnostizierte Autoimmunerkrankung. „Eine Schilddrüsenunterfunktion ist meistens auf eine unentdeckte Hashimoto-Thyreoiditis zurückzuführen“, erklärt Wolfgang Lintner, Leiter der Nuklearmedizin am Klinikum Wels-Grieskirchen. 

Nicht heilbar, aber gut behandelbar

Die Erkrankung ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht heilbar, die Ursachen können nicht direkt therapiert werden. Behandelt werden vor allem die durch die Schilddrüsenunterfunktion hervorgerufenen Symptome, etwa durch das synthetisch hergestellt Hormon L-Thyroxin.

Prim. Dr. Wolfgang Lintner

„Hormonpräparate beseitigen den Mangel an Schilddrüsenhormonen, die Autoimmunkrankheit beheben sie aber nicht. Fühlen sich Hashimoto-Thyreoiditis-Patienten nicht wohl, obwohl ihr Hormonhaushalt laut Laborbericht ausgeglichen ist, werden sie vom Facharzt individuell beraten.“

Prim. Dr. Wolfgang Lintner, Leiter des Instituts für Nuklearmedizin

 

Eine weitere Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist Morbus Basedow. Während es bei der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes und damit zu einer dauerhaften Unterfunktion kommt, führen bei der Basedowschen Krankheit die Abwehraktivitäten des Organismus zu einer Überfunktion. Bei vielen Betroffenen kann durch die Behandlung mit Thyreostatika die Autoimmunreaktion abgeschwächt bzw. gestoppt werden. Wenn dies nicht gelingt, ist eine Radiojodtherapie oder die Entfernung der Schilddrüse mit lebenslanger Hormongabe abzuwägen.

Mehr Frauen als Männer betroffen

Von krankhaften Veränderungen der Schilddrüse sind drei Mal so viele Frauen wie Männer betroffen, vor allem bedingt durch die Zeiten der hormonellen Umstellung. Neben der Pubertät und dem Wechsel ist die weibliche Schilddrüse vor allem in der Schwangerschaft vermehrt gefordert. „Typische Anzeichen für Störungen der Schilddrüse sind bei einer Unterfunktion Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfungsneigung, trockene Haut und brüchige Fingernägel sowie bei einer Überfunktion Schwitzen, Nervosität, Schlafstörungen, Herzklopfen, Gewichtsabnahme und Durchfallneigung“, erklärt Lintner. „Können Beschwerden dieser Art nicht zugeordnet werden, sollte man den Hausarzt um Rat fragen, der Betroffene an unsere Ambulanz zur weiteren Diagnostik überweist.“ 

Ernährungstipp

So können Sie Schilddrüsenerkrankungen vorbeugen!

Im Allgemeinen gilt eine optimale Jod- und Selenversorgung, um Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen. Wussten Sie, dass der Tagesbedarf von Selen mit drei Paranüssen oder einem Esslöffel Kokosraspeln gedeckt werden kann? Auch die Zufuhr von Vitamin D und Kalzium ist von erheblicher Bedeutung. Neben Milch und Milchprodukten sowie Hasel- und Paranüssen enthalten Brokkoli und grünes Gemüse wertvolles Kalzium. Zusätzlich kann mit Vitamin-D-reichen Lebensmitteln, wie beispielsweise Fisch und Speisepilzen, die Aufnahme von Kalzium verbessert werden. Zuviel Phosphor und Salz, etwa enthalten in Wurst und gepökelten Lebensmitteln, sollte vermieden werden.

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