Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Inkontinenz – vermeidbar und behandelbar

Weltweit ist die Harninkontinenz eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Nach Angaben des Berufsverbandes der Urologen sind in Österreich etwa 850.000 Frauen durch Inkontinenz in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Viele von ihnen leiden unter Harn- oder Stuhlverlust, weil ihr Beckenboden schwach ist – das muss nicht sein!

 

„Auslöser für eine Beckenbodenschwäche sind zum Beispiel Schwangerschaften“, erklärt Martina Strobl, Koordinatorin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Aber auch Operationen, Übergewicht, die Menopause oder ganz einfach das Schwächerwerden der Beckenbodenmuskulatur und des Beckenbindegewebes spielen eine große Rolle.“ Therapeutische Maßnahmen sind angezeigt, sobald der subjektive Leidensdruck durch den Harnverlust zu hoch ist.

OÄ Dr. Martina Strobl

„Wenn der Hund an der Leine zieht, beim Heben von schweren Einkaufstaschen oder beim Stiegensteigen – wenn in diesen Standardsituationen ungewollt ein Harnstrahl abgeht, ist es höchste Zeit, sich professionell beraten zu lassen.“

OÄ Dr. Martina Strobl, Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe 

 

Was hilft bei Beckenboden­schwäche?

„Wer nicht heimlich leiden möchte und den ersten Schritt in Richtung Beratung wagt, wird erstaunt sein, dass das konservative Beckenbodentraining in Form von aktiven Übungen und Verhaltensmaßnahmen die erste Wahl der Behandlung ist“, erklärt Physiotherapeutin Manuela Ganglbauer. „Wichtig dabei ist die Anleitung durch spezialisierte Physiotherapeutinnen.“ Erst wenn dadurch das gewünschte Ergebnis nicht erzielt wird, kommen medikamentöse Behandlungsformen oder ein operative Eingriffe zum Einsatz. Im zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Wels arbeiten zahlreiche Spezialisten interdisziplinär zusammen, um den Patientinnen einen wichtigen Teil ihrer Lebensqualität zurückzugeben.

5 Tipps, um den Beckenboden zu stärken

Die Beratung bei Spezialisten ist ein erster wichtiger Schritt, um die Ursachen der Inkontinenz zu erkennen und wirksame therapeutische Maßnahmen setzen zu können. Aber unabhängig davon, ob man bereits an einer Blasenschwäche leidet oder einer Inkontinenz gezielt vorbeugen möchte, können folgende Ratschläge helfen, die Beckenbodenmuskulatur besser wahrzunehmen, zu entlasten bzw. zu stärken:

  1. Richtige Körperhaltung 
    Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung (beim Sitzen, Heben und Bücken) und stärken Sie Ihre tiefe Bauchmuskulatur! Achten Sie auf richtiges Heben mit „geradem“ Rücken und atmen Sie bei Belastung durch den Mund aus.  
  2. Atemrichtungsschulung
    Die Atemrichtungsschulung – lenken Sie Ihre Atmung in den Bauchbereich – ist die erste Arbeit am Beckenbodensystem.
  3. Richtiges Harnlassen und Stuhlabsetzen
    Achten Sie auch auf der Toilette auf Ihre Haltung! 
  4. Richtige Trinkmenge
    Auch wenn Sie dadurch öfter Harn lassen müssen – nicht vergessen, ausreichend zu trinken! Verteilen Sie die Trinkmenge über den Tag und trinken Sie am Abend nicht zu viel.
  5. Richtiges Training
    Trainieren Sie den Beckenboden unter fachlicher Anleitung einer Physiotherapeutin im Rahmen einer Einzeltherapie!

Veranstaltungstipp

Die Frauengesundheit steht im Zentrum des „Klinikum Wissensforum Fokus: Frau“ am 15. Februar 2018 um 18 Uhr. Erfahren Sie mehr zu innovativen Therapien und Prävention von Osteoporose, Inkontinenz, Brust- oder Unterleibskrebs, Endometriose und Schilddrüsenerkrankungen. Im Anschluss an Impulsvorträge und Expertentalk erwarten die Besucher individuelle Beratungen durch die Spezialisten der Zentren für Brustgesundheit, gynäkologische Tumore und Beckenboden sowie der Physiotherapie, Psychoonkologie und Diätologie.