Neurologie Stroke Unit

Ist es ein Schlaganfall?

Alle 20 Minuten erleidet in Österreich jemand einen Schlaganfall. Oftmals bleibt der Hirnschlag unbemerkt, zum Beispiel wenn er während des Schlafs auftritt. Dabei entscheiden gerade das möglichst rasche Erkennen eines verschlossenen Hirngefäßes und eine schnelle Therapie über den Ausgang. Der umgehende Transport in ein spezialisiertes Krankenhaus, eine effiziente Kommunikation mit dem Notfallteam und eine reibungslose Abwicklung in der Klinik selbst fördern ein gutes Outcome von Schlaganfallpatienten.

 

Rufen Zeugen des Schlaganfalls 144, sind die Disponenten in der Leitstelle des Roten Kreuzes die ersten Ansprechpartner. Sie sind darin geschult, die richtigen Fragen zu stellen – zum Beispiel „Hängt ein Mundwinkel des Betroffenen nach unten, kann der Patient beide Arme und Beine bewegen bzw. deutlich sprechen.“ Trifft mindestens ein Punkt zu, liegt der Verdacht auf einen Schlaganfall vor und es wird mit der Rettung auch gleichzeitig der Notarzt alarmiert.

Dieser kündigt den Patienten über das sogenannte Stroke Phone im Klinikum Wels-Grieskirchen an:

OA Dr. Scheidl Wolfgang

„Dabei werden bereits die wichtigsten Informationen zum Patienten an den Neurologen durchgegeben.“

OA Dr. Wolfgang Scheidl, Notfallmediziner

 

 

 

„Seit wann besteht der Verdacht eines Schlaganfalls, war das Ereignis beobachtet oder nicht, hat der Patient bereits bekannte Vorerkrankungen und welche Medikamente nimmt er aktuell ein.“ Bis zum Eintreffen des Patienten im Krankenhaus wird alles für den Start der Lyse-Therapie, welche das verschlossene Hirngefäß wiedereröffnet, vorbereitet. Durch dieses System beträgt die durchschnittliche Door-to-Needle-Time, also der Zeitraum zwischen Eintreffen des Patienten im Krankenhaus bis zum Start der Lyse-Therapie, im Klinikum Wels-Grieskirchen durchschnittlich nur 25 Minuten – ein Spitzenwert im internationalen Vergleich.

OA Dr. Günther Schustereder

„Bei jedem sechsten Patienten kann dank entsprechender Ankündigung durch den Notarzt und einer strukturierten Erhebung aller relevanten Patienteninformationen noch während des Transportes die Therapie sogar innerhalb von zehn Minuten gestartet werden.“

OA Dr. Günther Schustereder, Abteilung für Neurologie 

 

 

„Nach Blutabnahme, Computertomographie und Ausschluss von Gegenanzeigen bei Eintreffen des Patienten im Klinikum wird sofort mit einer Infusionstherapie zur Wiedereröffnung des verschlossenen Hirngefäßes gestartet“, erklärt der Neurologe weiter.

Medizinische Laien können Leben retten

Welche Maßnahmen in der Schlaganfallvorsorge gesetzt werden können und wie auch medizinische Laien einen Schlaganfall bei Mitmenschen erkennen, lernen Sie mit den Experten des Klinikum Wels-Grieskirchen vom 6. bis 8. Oktober auf der Messe LIFE!, Halle 21, Welser Messe. Ein besonderes Angebot an die Bevölkerung ist auch die Möglichkeit, in einer kompakten Trainingseinheit von ca. 50 Minuten Akutmaßnahmen für den Fall eines Kreislaufstillstands zu erlernen. Die Reanimationskurse werden vom Klinikum-Schulungsteam geleitet und bieten praxisnahes Training mit Reanimationspuppen und Laiendefibrillatoren. Der Unterricht findet an allen drei Messetagen zu folgenden Zeiten statt: 09:30 Uhr, 11:00 Uhr, 12:30 Uhr, 14:00 Uhr und 15:30 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist pro Einheit mit 25 Personen begrenzt, deshalb ist eine Voranmeldungen über www.reglist24.com/klinikum17 möglich.