Bewegung statt Bettruhe

Körperliche Aktivität unterstützt Krebspatienten

In einer österreichweiten Studie der ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) wurde über zweieinhalb Jahre untersucht, wie sich regelmäßiges körperliches Training auf die Lebensqualität von Patienten mit Dickdarmkrebs auswirkt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Die Untersuchungen zeigen, dass sich regelmäßige Bewegung positiv auf die Patienten auswirkt, etwa indem sie ihre Lebensqualität verbessert und die Bewältigung der Erkrankung unterstützt. „Vorrangiges Ziel des Bewegungstrainings ist das Vermeiden von Inaktivität“, erklärt Josef Thaler, Leiter der Abteilung für Innere Medizin IV am Klinikum Wels-Grieskirchen und Koordinator der ABSCG‐Studie, die Hauptintention der wissenschaftlichen Erhebung. „Dabei wurden die Steigerung von Leistungsfähigkeit und Muskelkraft sowie die Linderung von Angst und Müdigkeit nachgewiesen. Leistungsfähigkeit oder Schmerzverarbeitung werden positiv beeinflusst.“

Bewegung hilft und schützt

Bewegung hilft, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und unterstützt Menschen so bei der Bewältigung ihrer Krebserkrankung. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine höhere Heilungsrate durch regelmäßiges Ausdauertraining. Zudem gilt es heute als weitgehend gesichert, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für die Entstehung von verschiedenen Krebserkrankungen reduzieren kann.

Bewegungs­empfehlung

Von der WHO und internationalen Fachgesellschaften wird ein wöchentlicher Umfang von 150 Minuten eines aeroben Ausdauertrainings verteilt über drei bis fünf Tage empfohlen, wie Gehen, Laufen, Schwimmen oder Radfahren.

Prim. Prof. Dr. Josef Thaler

„Entscheidend ist nicht die Art, sondern vielmehr Intensität und Dauer der Bewegung."

Prim. Prof. Dr. Josef Thaler, Leiter der Abteilung für Innere Medizin IV, Hämatologie, internistische Onkologie und Palliativmedizin, Nephrologie und Dialyse 

„Regelmäßiges Training reduziert nicht nur das Krebsrisiko, sondern hat auch eine Reihe weiterer positiver Wirkungen, etwa auf Herz‐Kreislauf‐System, Stoffwechsel und auf Hirnleistung.“

Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG)

Seit 30 Jahren führt die österreichische Studiengruppe Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) klinische Studien zum Mammakarzinom und dem kolorektalen Karzinom sowie zum Pankreaskarzinom durch. Die Ergebnisse finden international größte wissenschaftliche Anerkennung und haben maßgeblich dazu beigetragen, die Heilungs‐ und Überlebenschancen der Patienten zu verbessern. Bislang nahmen mehr als 25.000 Patienten an klinischen Studien der ABCSG teil. Weitere Informationen zur Studie finden Sie im Internet unter www.abcsg.at.

 

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