Therapiesitzung mit rTMS

Mit Magnetstimulation zum Therapieerfolg bei Depression

Weltweit gesehen ist Depression eine der Hauptursachen für Krankheit und Behinderung. Nach aktuellen Schätzungen der WHO leben heute mehr als 300 Millionen Menschen mit Depressionen.1 Mangelnde Angebote, fehlende Akzeptanz, wenig Unterstützung sowie die Angst vor Stigmatisierung verhindern oft eine rasche Behandlung. Dies birgt die Gefahr einer Chronifizierung und damit längerer Krankheitsdauer. Sprechen Betroffene auf Medikamente und Psychotherapie nicht ausreichend an, eröffnet die repetitive transkranielle Magnetstimulation neue therapeutische Möglichkeiten.

 

Psychische Erkrankungen können heute früher und exakter festgestellt werden, weshalb Behandlungen zeitnah begonnen und somit Langzeitschäden vermieden werden können. Die Bandbreite der Therapieoptionen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark erweitert und verbessert. Aber auch bei psychiatrischen Erkrankungen kann es vorkommen, dass bewährte Medikamente und andere Behandlungsformen, wie die Psychotherapie, über die Zeit an Wirkung verlieren oder in manchen Fällen überhaupt nicht wirken. Bei Depressionen spricht man in diesen Fällen von „Therapieresistenter Depression“ (TRD).

Welche Maßnahmen werden bei TRD gesetzt?

„Internationale und nationale Behandlungsleitlinien empfehlen bei TRD einen Stufenplan aus unterschiedlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen“, erklärt Michael Kroiß, Oberarzt an der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin am Klinikum Wels-Grieskirchen.

OA Dr. Michael Kroiß

„Nach der Überprüfung der psychiatrischen Diagnosen, einer detaillierten psychologischen Testung und der Befragung von Angehörigen geben Labor, EEG und Bildgebung Hinweise auf körperliche Störungen, welche einen negativen Einfluss auf das Gemüt haben können – etwa Entzündungen, hormonelle oder Stoffwechselstörungen sein.“

OA Dr. Michael Kroiß, Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Therapie durch elektromagnetische Stimulations­verfahren

In der Therapie stehen außer medikamentösen Maßnahmen weitere Optionen zur Verfügung. Neben chronobiologischer und psychotherapeutischer Verfahren ist auch die Wirksamkeit elektromagnetischer Stimulationsverfahren nachgewiesen. „Bei der sogenannten ‚repetitiven transkraniellen Magnetstimulation‘ (rTMS) werden mithilfe von Magnetfeldern ausgewählte Areale des Großhirns, welche im Rahmen der Depression eine verminderte Aktivität und Glukoseaufnahme zeigen, beeinflusst“, erklärt der Mediziner. „Dabei werden wiederholt kurze elektromagnetische Impulse aus einer Magnetspule durch den Schädelknochen direkt an das Gehirn abgegeben.“ Die Therapie ist nebenwirkungsarm und kann ambulant durchgeführt werden: Durch kurze magnetische Impulse werden die betroffenen Gehirnregionen nicht-invasiv stimuliert und die neuronale Aktivität somit beeinflusst, was man bei der Behandlung der Depression in der Psychiatrie zu nutzen versucht.

 

1 http://www.who.int/mental_health/management/depression/en/ 05.12.2017

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