HNO Untersuchung

Plötzlich Hörsturz

Von einem Moment auf den anderen pfeift es im Ohr, man hört nur dumpf, ein Wattegefühl tritt auf, eventuell sogar in Kombination mit Schwindel – wer schon einmal einen Hörsturz erlebt hat, weiß, wie irritierend diese Symptome sein können. Bei einer schweren Ausprägung kann ein Hörverlust zurückbleiben, in der Regel bessern sich die Symptome aber innerhalb weniger Tage bis Wochen. Zwar ist der Hörsturz kein medizinischer Notfall, eine geplante Kontrolle beim Arzt ist aber ratsam, um abschätzen zu können, ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist.

Ein Hörsturz tritt spontan auf. „Es gibt keine gesicherte Theorie über die Ursachen“, erklärt Wendelin Wolfram, Oberarzt an der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Mehrere Theorien über die Entstehung werden derzeit in Betracht gezogen:

 

Wolfram Wendelin

 

„Es kann sich um eine Durchblutungsstörung, eine Entzündung des Hörnervs oder auch eine Stoffwechselstörung im Innenohr handeln.“

OA Dr. Wolfram Wendelin 
Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten 
am Klinikum Wels-Grieskirchen

 

Gute Selbstheilungs-
tendenz

Zu den Symptomen zählt neben der Hörminderung, dass Lärm als störend empfunden werden kann, da das Gehirn zum Verarbeiten des Gehörten vermehrt Ressourcen benötigt. Selten tritt Schwindel auf. „Bei einem Hörsturz gibt es eine sehr gute Selbstheilungstendenz, zu 60 bis 70 Prozent verschwinden die Symptome innerhalb weniger Wochen spontan. Vor dem Start einer Therapie nehmen wir uns zwischen 48 und 72 Stunden Zeit, um auszuloten, ob sich die Beschwerden bereits bessern“, so der Mediziner. Das Phänomen kann ab dem jungen Erwachsenenalter auftreten. „Dabei muss man den Hörsturz aber von einem akuten Lärmschaden unterscheiden, der durchaus auch bei jungen Menschen schon vorkommen kann. Im hohen Alter sind es oftmals Gefäßverschlüsse, die einen Hörsturz verursachen. Diese sind selten reversibel und haben somit meist eine Hörminderung bis hin zur Taubheit zur Folge.“

Ambulante Therapie

Viele Hörstürze haben einen Tinnitus zur Folge. „Man nimmt an, dass das Gehirn die Frequenzen, in welchen weniger gehört wird, kompensiert und dadurch subjektiv ein Geräusch wahrgenommen wird, zum Beispiel ein hoher Pfeifton.“ In der HNO-Ambulanz des Klinikum Wels-Grieskirchen werden jede Woche acht bis zehn Patienten aufgrund eines Hörsturzes behandelt. „Um einen Hörsturz zu diagnostizieren, wird das Ohr untersucht und ein Audiogramm erstellt, um die Hörminderung einzugrenzen“, erklärt Wolfram. „Ist eine Therapie angezeigt, werden die Patienten in der Regel ambulant durch eine Kortisontherapie versorgt.“ Diese ist entzündungshemmend und fördert die Erholung der geschädigten Zellen.

 

HNO Klinische Untersuchung

Zwar ist der Hörsturz kein medizinischer Notfall, eine geplante Kontrolle beim Arzt ist aber ratsam, um abschätzen zu können, ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist.

Veranstaltungstipp:

Wie man Gehör und Stimme am besten gesund hält, darüber informieren die HNO-Experten beim Klinikum Wissensforum Fokus: HNO am 21. November ab 18 Uhr in Wels. Weitere Themen der Veranstaltung sind neben gesundem Hören auch Hörhilfen, Schlafapnoe und altersbezogene Stimmveränderungen.

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