Gefäßaltermessung

Richtige Blutdruckkontrolle reduziert Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich

Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für vorzeitige Todesfälle, für Leben mit Behinderung und in hohem Maße ausschlaggebend für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine lebenslange Kontrolle der Risikofaktoren hoher Blutdruck und hohes Cholesterin könnte Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 90 Prozent vermindern und somit weitgehend zum Verschwinden bringen. Mit der Gefäßaltermessung können rasch und einfach Personen gefunden werden, deren Blutdrucksituation weiter abgeklärt werden solllte.

 

„Jeder vierte Österreicher leidet an Bluthochdruck. Die Hälfte der Betroffenen ist sich dieser Krankheit gar nicht bewusst und erhält daher auch keine entsprechende Therapie“, sagt Thomas Weber, Kardiologe am Klinikum Wels-Grieskirchen und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie. Mit entsprechender medikamentöser Therapie lässt sich der Bluthochdruck erfolgreich behandeln, und das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bzw. einer Herzschwäche deutlich verringern. Allerdings sind Untersuchungen zufolge nur etwa 10 bis 20 Prozent der Personen mit Bluthochdruck richtig eingestellt. Mit dem Gefäßalterprojekt Oberösterreich lenken Internisten, Apothekerinnen und Apotheker verstärkt das Bewusstsein auf den Blutdruck und dessen Einstellung.

Mag. Monika Aichberger

„Mit der Initiative leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Erhöhung der Gesundheitskompetenz unserer Klienten, da wir Bluthochdruck frühzeitig erkennen können und somit gefährliche Folgekrankheiten zu verhindern in der Lage sind.“

Mag. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer OÖ

 

Neue Wege der Prävention durch Gefäßaltermessung

Mit der Messung des Gefäßalters können Risikopersonen, deren Blutdrucksituation weiter abgeklärt werden sollte, rasch und einfach gefunden werden. Dank der Erfindung aus Österreich, einer Kooperation der kardiologischen Abteilung des Klinikum Wels-Grieskirchen und des AIT Wien (Austrian Institute of Technology, ehemals Seibersdorf), kann man das Gefäßalter sehr einfach mit einer normalen Blutdruckmanschette messen.

OA Priv.‐Doz. Dr. Thomas Weber

„Die Berechnung des Gefäßalters beruht auf Alter, Blutdruck und Form der Blutdruckkurven des Teilnehmers.“

OA Priv.-Doz. Dr. Thomas Weber, Abteilung für Innere Medizin II und Präsident der Österreichischen Hochdruckliga

Eine Messung ist in 43 öffentlichen Apotheken in Oberösterreich möglich: Seit November 2016 wurden insgesamt 4000 Messungen vorgenommen und wissenschaftlich evaluiert. Erste Ergebnisse zeigen, dass bei 40% der Teilnehmer ein erhöhter Blutdruck festgestellt wurde.

Bei mir wurde erhöhtes Gefäßalter festgestellt. Was kann ich tun?

In erster Linie ist dann eine Abklärung der Blutdrucksituation wichtig. „Wird erhöhtes Gefäßalter festgestellt, raten wir zur weiteren ärztlichen Untersuchung“, führt Weber aus. „Diese erfolgt meist mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung bei niedergelassenen Fachärzten für Innere Medizin oder, wenn möglich, auch beim Hausarzt. Der wichtigste Schritt ist die Normalisierung des Blutdrucks, da ein erhöhter Blutdruck eine erhöhte Belastung der Gefäßwand bedeutet.“ Zusätzlich sollten auch die anderen Risikofaktoren, wie Cholesterin, Nikotin, Diabetes, Übergewicht etc., kontrolliert und gegebenenfalls verbessert werden.

„May Measurement Month“

Anlässlich des Weltblutdrucktages am 17. Mai 2017 wurde weltweit der „May Measurement Month“ ausgerufen, um das Bewusstsein für hohen Blutdruck zu steigern. Das Gefäßalterprojekt geht aber weit darüber hinaus. „Die Oberösterreichischen Apothekerinnen haben dieses Projekt mit viel Freude und Engagement begonnen und beschlossen, es fortzuführen und sogar auszubauen,“ sagt Monika Aichberger.

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