Fußmodell
Abteilungsleitung:
Primarius
Prof. Dr.
Björn
Rath
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Abteilung für
Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Schwerpunkt:
Moderne Klumpfußbehandlung nach Ponseti

Moderne Klumpfußbehandlung nach Ponseti

Die moderne Klumpfußbehandlung nach Ponseti ist seit 2006 Standard an der Abteilung für Orthopädie und chirurgische Orthopädie am Klinikum Wels-Grieskirchen. Da es sich beim Klumpfuß um die zweithäufigste orthopädische Fehlbildung von Neugeborenen handelt, ist dessen Behandlungskonzept von großer Wichtigkeit. Die moderne Klumpfußbehandlung nach Ponseti zeichnet sich durch eine wesentlich kürzere Behandlungszeit einer weit weniger aufwändigen Operationsmethode zu herkömmlichen Techniken und der Tatsache, dass die Technik mit Langzeitergebnissen belegt ist, aus.

Die Geschichte der Methode

Der 1914 auf Menorca geborene Orthopäde Ignacio Ponseti flüchtete vor dem Spanischen Bürgerkrieg und emigrierte in die USA. Er wurde Fakultätsmitglied und praktizierender Arzt an der University of Iowa. In der 1950er-Jahren entwickelte er eine Methode zur nicht-operativen Behandlung des angeborenen Klumpfußes. Viele Jahre wurde das Potenzial seiner Technik verkannt, schließlich verbreitete das Internet die Erfolgsgeschichten zufriedener Mütter und verhalf somit der Ponseti-Methode in vielen Ländern zu großer Beachtung.

Die Fehlstellung des Klumpfußes

Beim angeborenen Klumpfuß handelt sich um eine komplexe Fußfehlstellung, die eine kombinierte Pathologie an Rückfuß, Mittelfuß und Achillessehne aufweist.

Die Gips- behandlung

Vom Tag der Diagnose, welche ehest möglich erst nach der Geburt ist, werden Redressionsgipsverbände angelegt, um die komplexen Fußfehlstellungen zu korrigieren. Die durchschnittliche Behandlungsdauer liegt, je nach Schweregrad der Fehlstellung, zwischen fünf und sieben Wochen.

Die Operation

Nach Korrektur der Fehlstellung im Rück- und Mittelfußbereich muss meistens noch der Spitzfuß mittels einer kleinen Operation behandelt werden. Dies wird mit einer Tenotomie, der Durchtrennung der Achillessehne, in kurzer Allgemeinnarkose oder auch Lokalanästhesie erreicht. Abschließend erfolgt eine dreiwöchige Gipsbehandlung, wobei wir nach zehn Tagen einen Gipswechsel durchführen und den Kontakt mit dem Bandagisten zum Anpassen der Schiene herstellen.

Die Schienen- behandlung

Bis zum vierten Lebensjahr wird das Kind mit einer Spezialschiene (Denis-Brown-Schiene, ALFA-Flex-Schiene) versorgt, wobei beide Füße gefasst werden. In den ersten drei Monaten wird die Schiene für 23 Stunden am Tag getragen, anschließend kann auf den Einsatz während der Nacht (zwölf bis 14 Stunden am Tag) umgestellt werden. Somit kann das Kind in den meisten Fällen im üblichen Alter laufen lernen.

Seit Juli 2006 wurden am Klinikum Wels-Grieskirchen bereits mehrere Patienten mit dieser Methode erfolgreich behandelt. Die regelmäßig durchgeführten Kontrollen zeigten ein sehr gutes Korrekturergebnis. Auch die Eltern sind mit der Handhabung der Schiene zufrieden.