Kontinenz- und Beckenbodenzentrum
Koordinator
Oberärztin
Dr.
Martina
Strobl

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Spektrum

Das Leistungsspektrum umfasst Abklärung und Behandlung aller Formen von Erkrankungen des Beckenbodens und Senkungsbeschwerden

  • Beckenbodenschwäche verbunden mit Lageveränderungen der Harnblase, der Genitalorgane oder des Darmes
    • Zystozele, Enterozele, Rektozele
    • Gebärmuttervorfall/ Senkung
    • Mastdarmvorfall
  • Blasenentleerungsstörung bei Frau und Mann
  • Harninkontinenz
    • Dranginkontinenz = Harnblasenschwäche
    • Belastungsinkontinenz = Schließmuskelschwäche
  • Stuhlinkontinenz
  • Stuhlentleerungsstörungen
  • Obstipationsbeschwerden
  • Schmerzzustände am Beckenboden und After
  • Kohabitationsbeschwerden = Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
  • Entzündungen und Fehlbildungen wie Urogenital- oder Darmfisteln, rektovaginale Fisteln
  • Endometriose

Abklärung

Im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum werden die modernsten Untersuchungstechniken angewendet:

Zu Beginn steht immer ein ausführliches Gespräch

  • Allgemeine Diagnostik
    • laborchemische Blut- und Urinuntersuchungen
    • gynäkologische, urologische und chirurgische Standarduntersuchungen
  • Sonographie
    • Introitussonographie
    • Perinealsonographie
    • anorektale Endosonographie
    • Nieren- und Unterbauchsonographie
  • Defäkographie, Manometrie = Darstellung und Druckmessung der Darmentleerung
  • Zystoskopie, Harnröhrenkalibrierung = Blasenspiegelung und Harnröhrenvermessung
  • Urodynamik = Blasenfunktionsmessung, wenn nötig auch videodokumentiert
  • Bei speziellen Fragestellungen komplexer Erkrankungen des Beckenbodens die dynamische Magnetresonanztomographie

Therapie

Bei der Behandlung einer Inkontinenz oder einer Senkung und ihrer Symptome unterscheidet man zwischen konservativer und operativer Therapie.

Welche Behandlungsmethode wir einsetzen, hängt sehr stark von der Ausprägung der Erkrankung, den Beschwerden und den individuellen Wünschen der Patienten ab.

  • Beckenbodentraining = Stärkung des Beckenbodens durch angeleitete Beckenbodentherapie, evtl. in Verbindung mit
  • Biofeedback und Elektrostimulation
  • mechanische Hilfsmittel, wie individuell angepasste Einlagen z.B. Würfel-Pessar, Ringpessar
  • Miktions- und Toilettentraining
  • Stuhl- und Urintagebuch
  • Prävention von Beckenbodenfunktionsstörungen in der Schwangerschaft, Rückbildungstherapie nach der Geburt

Grundsätzlich versuchen wir die Möglichkeiten der konservativen Therapien auszuschöpfen, bevor wir eine Operation empfehlen.

Unser Behandlungsspektrum umfasst alle minimalinvasiven, laparoskopischen und offen operativen Therapieformen der Fachabteilungen Frauenheilkunde, Urologie und Chirurgie:

  • Harninkontinenzoperationen wie die
    • TVT/O spannungsfreies Platzieren eines Kunststoffnetzbandes unter die Harnröhre, um diese zu stützen.
    • Bulkamid Injektion von Hydrogel unter die Schleimhaut der Harnröhre
  • Behandlung neurogener Blasenentleerungsstörungen mit Botulinumtoxin
  • Senkungsbeschwerden werden bevorzugt von der Scheide aus oder minimal-invasiv durch Bauchspiegelung (Schlüssellochtechnik) behoben:
    • Gynäkologische Standardoperationen wie z.B. Kolporrhophia anterior et posterior (Scheidenplastik) und vaginale Hysterektomie.
    • Vordere und hintere vaginale Beckenbodenrekonstruktionen mit Netzeinlagen (MESH) und Vaginalschlingen vor allem bei neuerlicher Senkung nach Senkungs-OP, wobei hier auch ein Gebärmuttererhalt möglich ist.
    • Laparoskopische Operationen zur Fixierung der Scheide oder der Gebärmutter, wobei auch hier häufig Netze genutzt werden, um das Bindegewebe zu ersetzen (laparoskopische Sakrokolpopexie oder Sakrohysteropexie).
    • Bei sexuell aktiven Patientinnen führen wir Senkungsoperationen auch roboterchirurgisch. Hier sind wir abgesehen von zwei Universitätskliniken das einzige Zentrum österreichweit. Die Vorteile liegen in einem besseren funktionellen sowie dauerhafterem Ergebnis gegenüber vaginalen Scheidenfixationen.

Anlaufstelle bei Inkontinenz

Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Senkungsbeschwerden verschiedener Schweregrade sind überaus häufig. Nicht selten leiden die Patienten unter kombinierten bzw. komplexen Beckenbodenstörungenund bedürfen deshalb einer interdisziplinären Diagnostik und Therapie.

Die Ursachen sind mannigfaltig, oft auch durch Operationen im Bauchraum oder Veränderungen der Muskulatur. Bei Männern sind häufig Prostataerkrankungen für Probleme mit der Blase verantwortlich. Bei Frauen hat der Beckenboden meist durch Schwangerschaft und Geburt an Stabilität eingebüßt. Weiters tragen Übergewicht, Hormonschwankungen im Wechsel, erbliche Veranlagung, Altersdegeneration u.v.m. ihren Teil an Beckenbodenerkrankungen und Senkungsbeschwerden bei. Die Lebensqualität, Sexualität und die Erwerbsfähigkeit der Patienten sind häufig sehr eingeschränkt, dies führt oft auch zu sozialen Konflikten, depressiven Symptomen und einer sozialen Isolation.

Überwinden Sie Ihre Angst und wenden Sie sich an uns, damit wir diese Probleme abklären und behandeln können. In den meisten Fällen können die Beschwerden geheilt oder zumindest gelindert und ein besonders wichtiger Aspekt Ihre Lebensqualität deutlich verbessert werden.

Behandlungsteam

Als kompetente Ansprechpartner innerhalb der Klinik stehen Ärzte der Fachabteilungen für Frauenheilkunde, Urologie und Chirurgie in enger Zusammenarbeit mit Gastroenterologie (Innere Medizin I) und Radiologie zur Verfügung.

Die Abteilung für Physikalische Medizin mit speziell geschulten Therapeuten bietet Unterstützung in der Prävention und Behandlung von Beckenbodenstörungen und Inkontinenz. Auch unsere Hebammen machen bereits bei den Geburtsvorbereitungskursen auf die Wichtigkeit des Beckenbodens aufmerksam.