Sonne genießen mit Verstand

Bild
Prim. Saxinger bei einer Muttermalvorsorge

Sonne genießen mit Verstand

Die Haut vergisst nicht: Ein Großteil der UV-bedingten Hautschäden entsteht bereits in jungen Jahren und kann das Risiko für Hautkrebs Jahrzehnte später erhöhen. Experten raten daher zu konsequentem Sonnenschutz und regelmäßiger Hautkrebsvorsorge. Entscheidend ist dabei nicht nur die Vorbeugung: Werden Hautveränderungen früh erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten heute in vielen Fällen sehr gut.

"Sonnenlicht ist für den menschlichen Organismus unverzichtbar, etwa für die Bildung von Vitamin D. Gleichzeitig kann eine zu hohe UV-Belastung die Erbsubstanz der Hautzellen schädigen und langfristig Hautkrebs begünstigen", erklärt Werner Saxinger, Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten am Klinikum Wels-Grieskirchen. Insbesondere wiederholte Sonnenbrände oder intensive UV-Exposition führen zu dauerhaften Hautschäden.

Mythen und Fakten zum Sonnenschutz

Rund um den Sonnenschutz halten sich nach wie vor zahlreiche Irrtümer. So bietet weder der Aufenthalt im Schatten noch eine vorgebräunte Haut verlässlichen Schutz vor UV-Strahlung. Auch Kleidung oder Fensterglas schützen nur eingeschränkt, da insbesondere UVA-Strahlen diese Barrieren durchdringen können. "Der Lichtschutzfaktor definiert die maximale Schutzdauer und lässt sich durch wiederholtes Eincremen nicht verlängern. Nachcremen ist dennoch erforderlich, um den Schutzfilm – etwa nach dem Schwimmen oder Schwitzen – aufrechtzuerhalten", so Saxinger.

Schutz beginnt im Kindesalter

Besonders bedeutsam ist der Schutz in jungen Jahren: "Rund 80 Prozent der Hautschäden entstehen bereits vor dem 18. Lebensjahr. Mehrere schwere Sonnenbrände erhöhen das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken, um das Drei- bis Vierfache." Entsprechend sollten Kinder konsequent durch Kleidung, Schatten und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt werden.

Früherkennung als entscheidend

Neben der Prävention kommt der Früherkennung zentrale Bedeutung zu. Hautkrebs ist heute bei rechtzeitiger Diagnose in vielen Fällen gut behandelbar. Empfohlen werden regelmäßige dermatologische Kontrollen sowie die Selbstbeobachtung nach der ABCDE-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Colour/Farbe, Durchmesser, Entwicklung/Erhabenheit), um auffällige Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen.

 

Bild
Porträt Primar Saxinger

"Je früher Hautkrebs diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen. Neben chirurgischen Verfahren stehen heute auch moderne Therapien wie Immuntherapien oder photodynamische Verfahren zur Verfügung."

MR Prim. Dr. Werner Saxinger, MSc, Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

Expertise für gesunde Haut

Die Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatologie und Angiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen ist seit knapp 90 Jahren ein zentraler Bestandteil des größten Ordensspital Österreichs und hat sich zu einem modernen Schwerpunkt mit breitem Leistungsspektrum entwickelt. Die Abteilung vereint klassische Dermatologie mit spezialisierter Diagnostik und Therapie – von operativer Dermatologie über moderne Venenheilkunde und Allergologie bis hin zu innovativen Laserverfahren und spezialisierte Versorgungsangeboten wie die Psoriasisambulanz für Patienten mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Dermatoonkologie: Mit dem ersten österreichischen Hauttumorzentrum zählt das Klinikum zu den führenden Einrichtungen in der Behandlung von Hautkrebserkrankungen.

 

Stand: Juni 2026
Bilder: © Klinikum Wels-Grieskirchen/Nik Fleischmann

Weitere News

phone
Gesundheits­beratung

1450