Schlaganfallversorgung

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Stroke Unit am Klinikum Wels-Grieskirchen

Schlaganfallversorgung

Im schlimmsten Fall sterben bei einem Schlaganfall pro Minute knapp zwei Millionen Nervenzellen ab. Je früher Betroffene behandelt werden, desto besser sind die Chancen auf eine gute Erholung. Eine rasche Akutversorgung und eine früh beginnende Rehabilitation sind entscheidend, um bleibende Schäden zu minimieren und die Lebensqualität zu erhalten.

In Österreich erleiden laut Gesundheitsministerium rund 20.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall. "Zeit ist Hirn", macht Birgit Hörmanseder, Schlaganfallexpertin und Oberärztin der Abteilung für Neurologie am Klinikum Wels-Grieskirchen, klar.

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OÄ Dr. Birgit Hörmanseder

"Beim Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet. Dabei sterben Nervenzellen ab. Deshalb muss die Therapie so schnell wie möglich beginnen."

OÄ Dr. Birgit Hörmanseder, Abteilung für Neurologie, Klinikum Wels-Grieskirchen

 

Das Klinikum Wels-Grieskirchen verfügt als großes Schwerpunkt- und Akutkrankenhaus über eine spezialisierte Stroke Unit und ist für die Schlaganfallversorgung der Region rund um die Uhr einsatzbereit.

Rettungskette beginnt beim Notruf

Entscheidend ist, dass Angehörige oder Mitmenschen die Symptome erkennen und sofort die Rettung unter 144 rufen. Das Rettungs- beziehungsweise Notarztteam übermittelt bei Verdacht auf einen Schlaganfall bereits vor der Ankunft wichtige Informationen über das "Stroke Phone" an die Neurologie im Klinikum.

"Dann können wir uns im Klinikum bereits vorbereiten, und beim Eintreffen des Patienten geht alles ganz schnell", sagt Hörmanseder. Nach Diagnostik und dem Ausschluss von Gegenanzeigen kann die Lysetherapie beginnen, die ein Blutgerinnsel im Gehirn auflöst. Bei großen Gefäßverschlüssen ist gegebenenfalls eine Katheterintervention erforderlich, die in enger Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie am Neuromed Campus Linz erfolgt.

Die Zeit vom Eintreffen im Krankenhaus bis zum Behandlungsbeginn – die sogenannte Door-to-needle-time – ist ein zentraler Qualitätsindikator. Das Klinikum Wels-Grieskirchen zählt hier ebenso wie beim Anteil der Lyse-Patienten zum internationalen Spitzenfeld.

Spezialisierte Versorgung und frühe Rehabilitation

"Die Versorgung durch ein multiprofessionelles Team an einer Stroke Unit steigert die Chancen auf einen optimalen Ausgang", erklärt Hörmanseder. In der kritischen Phase werden die lebenswichtigen Funktionen engmaschig überwacht. Parallel zur Ursachenabklärung und medikamentösen Therapie beginnt möglichst früh die Rehabilitation durch Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie.

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"Je schneller ein Patient in eine spezialisierte Einrichtung kommt, desto größer ist die Chance, bleibende Schäden zu minimieren. Unsere Teams sind rund um die Uhr einsatzbereit und auf diese Akutsituation optimal vorbereitet."

Prim. Priv.-Doz. Dr. Raffi Topakian, Abteilung für Neurologie, Klinikum Wels-Grieskirchen

 

Auch wenn heute deutlich weniger Menschen an einem Schlaganfall sterben als früher, bleiben bei vielen Betroffenen langfristige Folgen: Neben Lähmungen sowie Sprech-, Schluck- oder Sehstörungen können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Ängste und Depressionen den Alltag erheblich beeinträchtigen. Eine individuell abgestimmte Rehabilitation – ergänzt durch Neuropsychologie und psychische Unterstützung – kann verloren gegangene Funktionen trainieren, die Selbstständigkeit fördern und die Lebensqualität verbessern.

Schlaganfall erkennen: FAST-Test

Schlaganfallsymptome treten typischerweise plötzlich auf. Der FAST-Test hilft bei der schnellen Einschätzung:

  • Face: Bitte lächeln lassen – hängt ein Mundwinkel herab?
  • Arms. Beide Arme vorstrecken lassen – sinkt ein Arm ab?
  • Speech: Einen Satz nachsprechen lassen – ist die Sprache undeutlich oder verändert?
  • Time: Sofort die Rettung unter 144 rufen!

Auch plötzliche Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen können auf einen Schlaganfall hinweisen und erfordern ebenfalls sofortige Hilfe. Selbst wenn Beschwerden nach wenigen Minuten verschwinden, müssen sie umgehend abgeklärt werden: Sie können Vorboten eines Schlaganfalls sein.

Wichtige Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen lassen sich durch Vorsorge, Lebensstil und Behandlung häufig beeinflussen.

Ausblick: Digitale Nachsorge

Auch nach dem Akutaufenthalt gewinnt die Nachsorge an Bedeutung: Die Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft arbeitet an einer digitalen Lösung, die Betroffene bei Medikamenten, Terminen, Gesundheitswerten und der Sekundärprävention unterstützen soll. Ziel ist, die langfristige Lebensqualität nach einem Schlaganfall weiter zu verbessern.

 

Stand: Oktober 2026
Bilder: ©Klinikum Wels-Grieskirchen / Nik Fleischmann

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