Sportliche Aktivität ist für Krebspatienten von Bedeutung

Fokus: Krebs

Das Klinikum Wissensforum stand am 11. November 2016 ganz im Zeichen des Lebens mit Krebs. Beim Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe des Klinikum Wels-Grieskirchen informierten sich rund 260 Besucher bei Impulsvorträgen, Expertentalks und umfassenden Beratungsmöglichkeiten über aktuelle Erkenntnisse zu Krebsvorsorge, Früherkennung und innovative Therapiemöglichkeiten.

Welche Rolle spielen Ernährung und Bewegung in Prävention und Therapie? Ist Darmkrebs vermeidbar? Und Prostatakrebs heilbar? Wie schaffe ich es, mit der Diagnose Krebs umzugehen? Beim „Klinikum Wissensforum Fokus: Krebs“ hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, diese Fragen direkt an die Experten des Klinikums zu richten.

  • Die Besucher informieren sich über Krebsvorsorge
    Die Besucher informieren sich über Krebsvorsorge
  • Die Pathologie ist wichtig bei Diagnose und Therapie
    Die Pathologie ist wichtig bei Diagnose und Therapie
  • Sportliche Aktivität ist für Krebspatienten von Bedeutung
    Sportliche Aktivität ist für Krebspatienten von Bedeutung

Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie unter: http://www.cityfoto.at/content/de/fotogalerie/12528

 

Transkription 

Neben umfassenden medizinischen und pflegerischen Leistungen informiert das Klinikum Wels-Grieskirchen auch gezielt zu Gesundheitsthemen. Beim Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe Klinikum Wissensforum informierten sich rund 260 Besucher zum Thema Krebs.

B1: Es sind fast alle Institute und Abteilungen betroffen mit Krebs. Entscheidend ist, dass wir hier sehr gut zusammenarbeiten und man gemeinsam versucht, das beste Ergebnis für unsere Patienten zu erzielen.

Wichtige Themen waren Krebsvorsorge und Früherkennung, innovative Therapiemöglichkeiten und das Leben mit Krebs. Unterschiedliche Vorträge informierten zu Darmkrebs, Prostatakrebs, Psychoonkologie und Leukämie.

B2: Vorsorge ist besser als heilen im Prinzip und ich möchte versuchen, dass ich die Aktivitäten, die ich selber beitragen kann, dass ich so viel wie möglich tue dafür.

B3: Jetzt schon. Ich habe es leider vorher nicht gemacht und habe dadurch leiden müssen.

B4: Wegen der Vorsorge. Habe ein bisschen mit dem Darm zu tun und da wollte ich eigentlich mal schauen.

B5: Habe eine Schwägerin verloren. Jetzt ist mein Bruder erkrankt, Kopftumor.

In einer österreichweiten Studie wurde über zweieinhalb Jahre untersucht, wie sich regelmäßige Bewegung auf die Lebensqualität von Patienten mit Dickdarmkrebs auswirkt.

B1: Patienten fühlen sich wohler. Die Lebensqualität hat sich gebessert. Bestimmte andere Symptome sind ebenfalls weniger geworden. Das konnten wir schon zeigen.

In den westlichen Industrieländern ist das Prostatakarzinom die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung beim Mann. Rechtzeitig erkannt, sind die Chancen sehr hoch.

B6: Da haben wir spezielle Ultraschall-Untersuchungen, zum Beispiel die Elastographie, mit der es uns gelingt, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, diesen Prostatakrebs zu finden. Und zum zweiten, ganz modern die sogenannte Magnetresonanztomographie, in Zusammenarbeit mit unseren Radiologen.

An diesem Abend hatten die männlichen Besucher die Möglichkeit, sich einem kostenlosen PSA-Test zu unterziehen. Führungen durch Radiologie und Labordiagnostik rundeten das Programm ab und gewährten der Bevölkerung wertvolle Einblicke in die Diagnostik der Krebsmedizin. Das Interesse beim ersten Klinikum Wissensforum war sehr groß. Schon bald wartet die nächste Veranstaltung.

Bewegung hilft und schützt

Dass regelmäßige körperliche Aktivität die Gesundheit nachhaltig stärkt und sogar Krebserkrankungen positiv beeinflussen kann, demonstrierte Josef Thaler, Onkologie-Primar am Klinikum Wels-Grieskirchen, unter dem Motto „Bewegung statt Bettruhe“ eindrucksvoll. „Bewegung hilft, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern – sie unterstützt Menschen bei der Bewältigung ihrer Krebserkrankung“, erklärt der Studienkoordinator der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG). „Und Bewegung schützt: Es gilt heute als weitgehend gesichert, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für die Entstehung von verschiedenen Krebserkrankungen reduzieren kann.“

Wichtige Früherkennung

Viele männliche Besucher nutzten auch die Möglichkeit zum kostenlosen PSA-Test. Die Abnahme dieses Wertes ist eine einfache Möglichkeit, Hinweise auf Prostatakrebs über einen Bluttest zu erkennen. „Solange wir den Krebs entdecken, wenn er noch auf die Prostata begrenzt ist, haben wir wirklich gute Chancen, ihn zu heilen“, macht Facharzt Clemens Wiesinger, Urologe am Klinikum Wels-Grieskirchen, die zentrale Rolle der Früherkennung für eine erfolgreiche Behandlung deutlich. „Da bösartige Veränderungen der Vorsteherdrüse zu einer verstärkten Ausschwemmung des Prostata-spezifischen Antigens ins Blut führen, kann ein steigender Wert dem Urologen Aufschluss über den Zustand der Prostata liefern.“

Diagnostik als Basis

Um Krebserkrankungen auf die Spur zu kommen und eine Basis für maßgeschneiderte Therapiepläne legen zu können, ist die moderne Diagnostik das Um und Auf. Die Institute für Pathologie, Radiologie und Labordiagnostik ermöglichten den Besuchern an diesem Abend interessante Einblicke in ihre Arbeit. „Wir geben Ihrer Krankheit einen Namen“, sagt Manfred Czompo, Pathologe am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Nicht Leichenbeschauer, sondern Lebensretter – das sind Pathologen. Ihre Arbeit ist heute ausschlaggebend für Diagnose, Therapiewahl und Kontrolle des Therapieverlaufs. Innovationen, wie etwa in der Onkologie, wären ohne Pathologie nicht vorstellbar.“

Gut vernetzt

Als wichtige Partner in der Betreuung von Betroffenen informierten auch die Hospizbewegung Wels Stadt/Land und die Krebshilfe OÖ interessierte Angehörige vor Ort über Angebote außerhalb des Klinikums.