Implantation Herzklappenring / Cardioband

Herzklappenring-Implantation ohne Eröffnung des Brustkorbes

Erstmals in Österreich wurde im Dezember 2017 am Klinikum Wels-Grieskirchen ein künstlicher Herzklappenring minimal-invasiv ohne Eröffnung des Brustkorbes bei einer Patientin implantiert. Innovative kardiologische Interventionen ermöglichen heute mittels Kathetertechnik schonende und wirksame Behandlungen am schlagenden Herzen.

 

Einer der häufigsten Herzklappenfehler ist die Mitralinsuffizienz, eine Undichtigkeit der Mitralklappe des Herzens. Dabei strömt das Blut von der Hauptpumpkammer des Herzens in die „falsche Richtung“ durch die undichte Mitralklappe zur Lunge zurück. Dies macht sich zum Beispiel durch Atemnot und Leistungsschwäche bemerkbar. Häufige Ursache für die Mitralinsuffizienz ist eine Erweiterung des Klappenrings.

Abdichtung mittels künstlichen Herzklappenringes

Bei einer Undichtigkeit der Mitralklappe aufgrund eines erweiterten Klappenrings wurde bisher im Rahmen einer chirurgischen Operation unter Eröffnung des Brustkorbes am offenen Herzen ein Klappenring implantiert. Die Weiterentwicklung minimal-invasiver Techniken ermöglicht, einen Klappenring auch ohne Eröffnung des Brustkorbes zu implantieren. Ein spezialisiertes fünfköpfiges Ärzteteam am Klinikum Wels-Grieskirchen hat erstmals in Österreich in einer minimal-invasiven Intervention von der rechten Leiste aus einen künstlichen Klappenring in die Mitralklappe eingesetzt und diese dadurch abgedichtet.

Erstmals am schlagenden Herzen

Prim. Priv.‐Doz. Dr. Ronald K. Binder

„Die 79-jährige Patientin hatte eine schwer undichte Mitralklappe. Sie litt unter Atemnot und Leistungsschwäche.“

Prim. Priv.-Doz. Dr. Ronald K. Binder, Leiter der Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin 

Nach Erörterung der Situation im interdisziplinären Heartteam – bestehend aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten – wurde das Risiko einer offenen Operation für diese Patientin als zu hoch eingestuft. „Gründe dafür waren die Begleiterkrankungen und das fortgeschrittene Alter der Patientin“, so Binder. „Daher haben wir der Patientin vorgeschlagen, die Intervention ohne Brustkorberöffnung von der Leiste aus mittels Kathetereingriff vorzunehmen“, so Binder weiter. Diese Intervention war die einzige Möglichkeit, die undichte Mitralklappe zu behandeln. Dieser minimal-invasive Eingriff wurde nun erfolgreich erstmals in Österreich am 15. Dezember 2017 durchgeführt. Die Patientin ist wohlauf und konnte bereits einige Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus selbständig und ohne Atemnot wieder verlassen.

Innovative Herzkompetenz am Klinikum Wels-Grieskirchen

Mit Ronald K. Binder leitet seit Mai 2017 ein international erfahrener Herzspezialist die Abteilung für Kardiologie und Intensivmedizin am Klinikum Wels-Grieskirchen. Der Forschungsschwerpunkt des Herzspezialisten liegt in der minimal-invasiven Therapie von Herzerkrankungen. Durch den Einsatz der Kathetertechnik und Bildgebungsverfahren, wie den intrakardialen Ultraschall, können heute viele Herzeingriffe ohne große Operation und auch ohne Narkose schonend durchgeführt werden. Ronald K. Binder beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit der Entwicklung der Transkatheter-Technik und der Verbesserung innovativer Technologien für den Herzklappenersatz.

Die Kardiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen leistet seit mehr als 30 Jahren Spitzenmedizin in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bereits 1986 wurde die erste Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt. Heute werden pro Jahr mehr als 4.000 Eingriffe im Herzkatheterlabor vorgenommen und über 1.000 Stents gesetzt. Für die Betreuung der Patienten stehen sämtliche nicht-invasiven und invasiven Untersuchungsmethoden zur Verfügung, das therapeutische Spektrum umfasst alle Möglichkeiten der modernen Kardiologie auf internationalem Niveau.

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