HNO Schnupfen

Warum man manchmal die Nase voll hat

Die akute Rhinitis zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen. Kinder erkranken bis zu zehnmal im Jahr, Erwachsene ein- bis dreimal. Jeder Schnupfen trainiert das Immunsystem, um den Körper für die Invasion der Viren zu wappnen. Das betrifft vor allem Kinder im Kindergartenalter. Bei ihnen kann sogar ein Schnupfen den anderen ablösen, oft mehrmals hintereinander. Denn es gibt zahlreiche Erreger, die eine Erkältung auslösen können.

 

Die häufigste Ursache für den akuten Schnupfen ist eine Virusinfektion. "Es gibt mehr als 200 verschiedene, heute bekannte Erkältungsviren, vor allem Rhinoviren", erklärt Wolfgang Prammer vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin, am Klinikum Wels-Grieskirchen. "Allein von diesen Erregern gibt es mehr als hundert verschiedene Typen. Aber auch Adeno-, Myxo-, Paramyxo-, Echo-, Coxsackie- und Parainfluenzaviren können Schnupfen verursachen. Diese Viren können wir mittlerweile mittels Nasenabstrich nachweisen."

 

Von einem zum anderen

Die Schnupfenerreger werden beim Sprechen, Niesen oder Schnäuzen durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen und über Hände, Taschentücher, Türklinken oder Spielsachen immer weitergegeben. "Zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut kommt es bei einer Ansteckung aber nur, wenn deren Abwehrfunktion gestört ist", klärt Thomas Rasse von der HNO-Abteilung am Klinikum Wels-Grieskirchen auf. "Zum Beispiel Austrocknung beeinträchtigt die Beweglichkeit der feinen Flimmerhärchen auf der Schleimhaut und diese können dann die Krankheitserreger mit dem Sekret nicht abtransportieren. Dadurch kommt es leichter zu einer Infektion der Nasenschleimhaut." Die Inkubationszeit eines Virusschnupfens beträgt einige Stunden bis zu zwei Tage. Aber auch Bakterien können einen Schnupfen verursachen: Sie vermehren sich vor allem auf der durch einen viralen Schnupfen geschädigten Nasenschleimhaut. Dann spricht man von einer bakteriellen Superinfektion.

 

Wenn die Nase läuft

Die Entzündung der Nasenschleimhaut verursacht eine Erweiterung der Blutgefäße und eine Erhöhung der Gefäßdurchlässigkeit für Flüssigkeit. Dadurch kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Schleimhaut und zur vermehrten Sekretproduktion. Deshalb ist die Nase verstopft und läuft. Das zuerst dünnflüssige und später dickere Sekret wird über die Nase und den Nasenrachenraum abtransportiert, wobei die Augen tränen. Geruchs- und Geschmackssinn verschlechtern sich. Die klassischen Schnupfensymptome sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten machen es einem in diesen Tagen nicht leicht.

 

Damit man wieder durchatmen kann

Beim viralen Schnupfen können nur die Symptome, aber nicht die Ursache selbst, nämlich der Virus, behandelt werden. Schleimhautabschwellende Nasensprays sorgen dafür, dass sich die Gefäße in der Nasenschleimhaut zusammenziehen und man wieder frei durchatmen kann. "Gesprayt werden darf allerdings nur eine Woche lang durchgehend, da sonst ein Gewöhnungseffekt eintritt und die Schleimhaut nicht mehr von selbst abschwellen kann", informiert Thomas Rasse. "Vor der nächsten Verwendung des Medikaments muss man ihr deshalb eine Regenerationsphase von rund sechs Wochen gönnen." Damit der nächste Schnupfen auch garantiert nicht schon vorher kommt, helfen vorbeugend vor allem das Händewaschen vor jeder Nahrungsaufnahme, das Vermeiden von trockener Luft durch Heizung oder Klimaanlage, regelmäßige Bewegung im Freien, eine ausgewogene Ernährung sowie die Reduktion von Stress. Eine gute Therapie für kleine Rotznäschen ist übrigens viel Liebe und Zuwendung durch die Eltern - denn das stärkt das Immunsystem und ist somit ein wirksamer Schutz vor Schnupfenviren.

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