Chirurgie
Abteilungsleitung:
Primarius
Dr.
Walter
Schauer
PMPH
Standortleitung Grieskirchen:
Oberarzt
Dr.
Günter
Peinthor
MPH
Sekretariat Tel:
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Abteilung für
Chirurgie II

Schwerpunkt:
Hernien

Hernien

Von Hernien spricht man, wenn sich Anteile der Bauchorgane durch Lücken in der Bauchwand hervorwölben. Sie entstehen durch eine Schwachstelle in der Bauchwand. Allen Hernien gemeinsam ist eine Öffnung der Bauchwand (Bruchring), der Bruchsack (Ausstülpung des Bauchfells) und der Bruchinhalt (z. B. Darm).

Hernienarten

Leistenhernie (Inguinalhernie)/Skrotalhernie

Eine Leistenhernie verläuft durch den Leistenkanal. Männer sind aufgrund anatomischer Verhältnisse häufiger betroffen als Frauen.
Eine sehr große, bis in den Hodensack reichende Hernie wird als Skrotalhernie bezeichnet.

Schenkelhernie (Femoralhernie)

Der Bruch befindet sich unterhalb des Leistenbandes und verläuft entlang der Muskel- oder Gefäßloge bis in den Oberschenkel.

Nabelhernie (Umbilicalhernie)/Paraumbilicalhernie

Der Nabelbruch kann erworben oder angeboren sein. Brüche in direkter Umgebung des Nabels werden als Paraumbilicalhernie bezeichnet.

Narbenhernie (Hernia cicatricea)

Sie entsteht im Bereich von Narben nach Bauchoperationen.

Epigastrische Hernie (Hernia ventralis)

Sie zeichnet sich durch ihre oft gute Sichtbarkeit an der Mittellinie der Bauchwand (vom Unterrand des Brustbeines bis zum Bauchnabel) aus.

Ursachen von Hernien

  • Angeborene Hernie
  • Druckerhöhung im Bauchraum (Adipositas, Verstopfung, Aszites, chronische Lungenerkrankungen)
  • Bindegewebsschwäche (Schwangerschaft, Voroperationen, Alter, Kollagenstörung)
  • Wundinfekte etc.

Symptome von Hernien

  • Sichtbare Vorwölbung (reponibel oder fixiert)
  • Ziehende Schmerzen, vor allem bei Belastung
  • Inkarzeration (Einklemmung von Darm) – NOTFALL!

Diagnostik von Hernien

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, Computertomographie)

Hernientherapie

Aufgrund der doch schwerwiegenden Komplikationen im Rahmen einer Inkarzeration stellen Hernien meistens eine Operationsindikation dar, wobei die Symptomatik hier die Dringlichkeit bestimmt.

Leistenhernie

Operation nach Shouldice

Bei kleinen Hernien kann eine den anatomischen Verhältnissen entsprechende Rekonstruktion der Hinterwand des Leistenkanals durch direkte Naht der Transversusfaszie an das Leistenband erfolgen. Sie weist jedoch im Vergleich zur Lichtensteinoperation eine höhere Rezidivrate auf (0,7-2,6 Prozent vs. 1,65 Prozent).

Operation nach Lichtenstein

Offene Implantation eines Kunststoffnetzes zur Verstärkung der Schwachstelle im Bereich des Leistenkanals.

Tapp

Besteht eine beidseitige Hernie bzw. ein Rezidiv, kann eine Netzversorgung von intraabdominell durch die laparoskopische Schlüssellochchirurgie erfolgen.

Schenkelhernien

Versorgung durch eine Pektineusplastik (direkte Annaht der Pektineusfaszie an das Leistenband)

Nabelhernien/epigastrische Hernien/Narbenhernien

Bruchlückenverschluss

Kleine Bruchlücken können oft durch eine Naht der Bruchränder behoben werden.

Meshplastik (Kunststoffnetzimplantation)

Besteht jedoch ein größerer Bauchwanddefekt, erfolgt je nach Lokalisation und Größe eine offene oder laparoskopische Netzimplantation („Ventral Patch“, „IPOM“, „Sublay- oder Onlay-Meshplastik“).