Kinderheilkunde
Abteilungsleitung:
Primarius
Priv. Doz. Dr.
Walter
Bonfig
Standortleitung Grieskirchen:
Primarius
Dr.
Adrian
Kamper
Sekretariat Tel:
+43 7242 415 2377+43 7248 601 4100
kinder@klinikum-wegr.at

Abteilung für
Kinder- und Jugendheilkunde

Schwerpunkt:
Kindergastroenterologie

Kindergastroenterologie

Motilitätsstörungen und funktionelle Störungen

In der Kindergastroenterologie-Ambulanz werden Kinder und Jugendliche mit Magen-Darmerkrankungen, Leber- und Bauchspeicheldrüsen- erkrankungen sowie Ernährungsschwierigkeiten (z.B. Sondenernährung) betreut.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Kindergastroenterologie-Ambulanz ist die Beschäftigung mit sogenannten Motilitätsstörungen und funktionellen Störungen. Dazu zählen eine therapieresistente Verstopfung (Obstipation), Sodbrennen, Refluxkrankheit, Schluckstörungen, Achalasie, Aerophagie, zyklisches Erbrechen und Rumination. Zur weiterführenden Abklärung dieser Störungen führen wir die Impedanz-pH-Metrie seit 2007 und die hochauflösende Manometrie seit 2014 durch.

Die Spezialambulanz für Kindergastroenterologie ist laut der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (www.gpge.de) die derzeit einzige in Oberösterreich.

Kindergastroenterologische Ambulanz

 

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

In der Crohn- und Colitis-Ambulanz werden Betroffene mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) und deren Familien betreut. Diese Erkrankungen erfordern eine langfristige, individualisierte Betreuung oft auch mit Unterstützung durch die Diätologie und Psychologie.

Für im Kindesalter seltenere oder besonders schwierig zu behandelnde Erkrankungen (z.B. seltene Lebererkrankungen) arbeiten wir mit entsprechend spezialisierten Zentren zusammen.

Untersuchungs- methoden bei CED

Bitte beachten Sie: im Folgenden werden einzelne aus unserer Erfahrung heraus wichtige oder häufig unklare Punkte zu ausgewählten Untersuchungsmethoden kurz erläutert. Die Angaben orientieren sich weitest möglich an publizierten, international anerkannten kindergastroenterologischen Standards, sind jedoch nicht verbindlich, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und müssen für einzelne Patienten mitunter individuell abweichend geplant werden!

Magenspiegelung (= Gastroskopie, Ösophago-gastro-duodenoskopie)

Magenspiegelungen werden im Kindesalter in der Regel nach (telefonischer oder ambulanter) Besprechung der Nutzen und Risiken gemeinsam mit einem Kindergastroenterologen geplant.  

Hilfreich/notwendig für (Indikationen): genaue Zöliakiediagnostik durch Probenentnahme aus dem Dünndarm (meist nach entsprechenden Blutuntersuchungen); bei Bauchschmerz bzw. Oberbauchschmerz v.a. wenn zusätzliche „Alarmsymptome“ wie Gewichtsverlust, nächtliches schmerzbedingtes Erwachen u.A. vorliegen oder bei schwerer Beeinträchtigung durch die Schmerzen; häufiges Erbrechen; blutiges Erbrechen; starke/anhaltende Schluckbeschwerden; u.A.  

Vorbereitung: Nüchtern (i.d.R. Nahrung bis 6 Stunden vor der Untersuchung; Muttermilch bis 4 Stunden; Tee, Wasser, Verdünnungssaft, klare Flüssigkeit bis 2 Stunden vor der Untersuchung)

Durchführung: v.a. bei kleineren Kindern in der Regel Durchführung in einer kurzen Vollnarkose (Intubationsnarkose); bei größeren, sonst gesunden Jugendlichen meist in „tiefer Sedierung“ (vergleichbar mit einem kurzen Schlaf, sodass man sich üblicherweise an die Untersuchung anschließend kaum erinnert); wir verwenden dafür u.a. das Medikament Propofol. Eltern/Begleitpersonen können die Kinder/Jugendlichen bis vor die Türe des Eingriffraums/OP-Bereichs begleiten und dann während der Untersuchung dort oder aber auf der Kinderstation warten. Entlassung noch am Untersuchungstag meist möglich, z.B. Untersuchung um ca. 11 Uhr, Entlassung um ca. 17 Uhr.

Darmspiegelung (= Koloskopie, Kolonoskopie, Ileo-kolonoskpopie)

Darmspiegelungen werden (wie auch Magenspiegelungen) im Kindesalter in der Regel nach (telefonischer oder ambulanter) Besprechung der Nutzen und Risiken gemeinsam mit einem Kindergastroenterologen geplant.

Hilfreich/notwendig bei (Indikationen): Verdacht auf M. Crohn oder Colitis ulcerosa (z.B. bei erhöhten Stuhl-Calprotectin-Werten); anhaltende Durchfälle (z.B. > 1 Monat); Blut im Stuhl; angeborene Darmpolypen/Polyposis-Syndromen; u.A.  

Vorbereitung: Nüchtern (Nahrung bis 6 Stunden vor der Untersuchung; Muttermilch bis 4 Stunden; Wasser, Verdünnungssaft, klare Flüssigkeit, ev. Abführmittel bis 2 Stunden vor der Untersuchung).
Darmreinigung mittels Abführmittel wird z.B. am Vortag ab 14 Uhr begonnen; möglichst 3 Tage zuvor bereits keine faserhältige Nahrung, Obst oder Gemüse mehr essen; alternativ z.B. Abführung über 3 – 6 Tage zu Hause. Hinweis: insbesondere bei Übelkeit auf Abführmittel oder besonders kleinen oder stark verstopften Kinder kann die vorsichtige Anlage einer dünnen, weichen Nasensonde eine durchaus schonende Möglichkeit sein, um eine gute Darmreinigung und somit gute Aussagekraft der Untersuchung zu gewährleisten!

Durchführung: v.a. bei kleineren Kindern in der Regel Durchführung in einer kurzen Vollnarkose (Intubationsnarkose); bei größeren, sonst gesunden Jugendlichen meist in „tiefer Sedierung“ (vergleichbar mit einem kurzen Schlaf, sodass man sich üblicherweise an die Untersuchung anschließend kaum erinnert); wir verwenden dafür u.a. das Medikament Propofol. Eltern/Begleitpersonen können die Kinder/Jugendlichen bis vor die Türe des Eingriffraums/OP-Bereichs begleiten und dann während der Untersuchung dort oder aber auf der Kinderstation warten. Entlassung noch am Untersuchungstag meist möglich, z.B. Untersuchung um ca. 11 Uhr, Entlassung um ca. 17 Uhr. Meist erfolgt eine stationäre Aufnahme am Vortag der Untersuchung.

Impedanz-pH-Metrie (= „Refluxmessung“)

Die klassische pH-Metrie bzw. die moderne kombinierte Impedanz-pH-Metrie ermöglichen die Messung von Säurereflux bzw. auch nicht-saurem Reflux, d.h. das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre.

Hilfreich/notwendig bei (Indikationen): anhaltenden Beschwerden/Sodbrennen trotz Anti-Refluxbehandlung; langwieriger, unklarer Husten oder andere seltene Reflux-Symptome (i.d.R. nachdem andere vorrangige Untersuchung kein Ergebnis erbracht haben); unklares Luft schlucken, aufstossen, erbrechen von Nahrung; vor/nach Operationen der Speiseröhre; u.A.  

Vorbereitung: ca. 3 Stunden nüchtern, z.B. ein kleines, leichtes Frühstück um 7 Uhr und Anlage der Sonde zw. 10 und 12 Uhr. Falls erwünscht kann ca. 30 Minuten vor der Untersuchung ein „Beruhigungssaft“ (z.B. Midazolam-Saft) gegeben werden, ist jedoch meist nicht notwendig sein.

Durchführung: Die Messsonde (ein dünner Kunststoffschlauch) kann meist relativ wenig belastend ambulant angelegt werden. Zuerst wird ein Betäubungsgel in die Nase getropft. Dann wird die dünne Sonde über die Nase eingeführt. Durch das Dazutrinken von einigen Schlucken Wasser kann das Hinunterschlucken der Sonde erleichtert werden. Die Sonde wird für ca. 24 Stunden belassen. In dieser Zeit kann ganz normal gegessen und getrunken werden (lediglich besonders Saures oder Heißes ist zu meiden).
Wichtig: sollen bestimmte Beschwerden (wie Husten, Sodbrennen, Aufstoßen, Erbrechen, Überstrecken des Oberkörpers, Luft schlucken) untersucht werden, dann muss bei Auftreten dieser Beschwerden jedes Mal sofort von Patient oder Eltern die entsprechende Taste am Gerät gedrückt werden (andernfalls wäre die Untersuchung nicht aussagekräftig und die Unannehmlichkeiten für den Patienten vergebens)! Die Messsonde wird am Folgetag wiederum ambulant entfernt. Mitunter kann jedoch auch eine stationäre Beobachtung während der Messung empfehlenswert sein.

Speiseröhren-Manometrie (Ösophagus-Manometrie)

Die Ösophagus-Manometrie (=Druckmessung in der Speiseröhre) ermöglicht die Beurteilung von Bewegungsstörungen (Motilitätsstörungen) der Speiseröhre und ihrer Schließmuskeln. Die moderne hochauflösende Manometrie (HRM) wurde in den letzten Jahren mit kleineren Messsonden (Kathetern) auch im Säuglings- und Kindesalter gut anwendbar und liefert ein noch wesentlich genaueres Bild der Bewegungsabläufe bei deutlich kürzerer Untersuchungszeit und erhöhtem Patientenkomfort.   

Hilfreich/notwendig bei (Indikationen): anhaltenden, schwerwiegenden, unklaren Beschwerden des oberen Verdauungstraktes wie unklares, wiederkehrendes Aufstoßen/Erbrechen von Nahrung, Schmerzen beim Schlucken/im Bereich der Speiseröhre, „Steckenbleiben“ von Nahrung beim Schlucken; V.a. Achalasie; sowie bei angeborenen Fehlbildungen der Speiseröhre; vor und nach Operationen; u.A.
Eine weiterführende Diagnostik von Motilitätsstörungen des oberen Verdauungstrakts mittels Manometrie ist in der Regel am sinnvollsten nach vorangehender Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittelschluck und Magenspiegelung.

Vorbereitung: ca. 3 Stunden nüchtern, z.B. ein kleines, leichtes Frühstück um 7 Uhr und Anlage der Sonde zw. 10 und 12 Uhr. Falls erwünscht kann ca. 30 Minuten vor der Untersuchung ein „Beruhigungssaft“ (z.B. Midazolam-Saft) gegeben werden, ist jedoch meist nicht notwendig sein.

Durchführung: Die Messsonde (ein dünner Kunststoffschlauch) kann meist relativ wenig belastend ambulant angelegt werden. Zuerst wird ein Betäubungsgel in die Nase getropft. Dann wird die dünne Sonde über die Nase eingeführt. Durch das Dazutrinken von einigen Schlucken Wasser kann das Hinunterschlucken der Sonde erleichtert werden.
Anschließend werden mehrfache Schlucke bei liegender Sonde i.d.R. im Liegen untersucht, (z.B. 10 Schlucke von je 5 ml Wasser bei Kindern ab 5 Jahren). Die Untersuchung selbst dauert meist nur ca. 15 Minuten.

Enddarm- und Schließmuskel-Manometrie (anorektale Manometrie)

Die anorektale Manometrie ermöglicht die Beurteilung des Schließmuskels und insbesondere die Beurteilung einer intakten Reflexreaktion zwischen Enddarm und Schließmuskel (recto-anal inhibitorischer Reflex, RAIR).  Auch hier ist eine moderne hochauflösende Manometrie (HRM) in den letzten Jahren mit kleineren Messsonden (Katheter) im Kindesalter gut anwendbar.

Hilfreich/notwendig bei (Indikationen): schwerer Verstopfung insbesondere mit Beginn bereits im frühen Säuglingsalter oder bei längerem (z.B. > 6 Monate) nicht-Ansprechen auf orale Medikamente bzw. bei häufigem Bedarf von Einläufen und Zäpfchen (z.B. zum Ausschluss eines bis dahin unerkannten M. Hirschsprung, einer Achalasie des rektalen Sphinkters, einer dyssynergen Defäkation); bei unklarer Stuhlinkontinenz trotz konsequenter Behandlungsversuche; unklaren Beschwerden/Schmerzen während des Stuhlgangs; ev. für eine Biofeedback Therapie; bei angeborenen Fehlbildungen im Bereich des Enddarms; vor und nach Operationen in diesem Bereich; u.A.

Vorbereitung: Vor der Untersuchung sollte der Patient versuchen groß auf die Toilette zu gehen und Stuhl zu entleeren, ein kleinvolumiger Einlauf z.B. 1 – 3 Stunden vor der Untersuchung ist jedoch oft hilfreich (bei kleinen Säuglingen nicht notwendig). Falls erwünscht, kann ca. 30 Min vor der Untersuchung ein „Beruhigungssaft“ (z.B. Midazolam-Saft) gegeben werden. Die anorektale Manometrie ist zwar nicht schmerzhaft, viele Kinder mit langjährigen Verstopfungsschmerzen haben jedoch bereits vor der Untersuchung große Angst.

Durchführung: Vor der Untersuchung wird der Kindergastroenterologe i.d.R. eine kurze Tastuntersuchung des Enddarms mit dem Zeigefinger oder kleinen Finger durchführen. Anschließend wird eine dünne Messsonde (vergleichbar mit der Dicke eines Fieberthermometers) einige cm in den Enddarm gelegt. Größere Kinder versuchen nun auf Aufforderung den Schließmuskel locker zu lassen, zusammenzukneifen oder zu pressen wie beim Stuhlgang. Mit einem kleinen Ballon auf der Messsonde kann auch Stuhldrang simuliert werden. Die Untersuchung dauert meist nur 15 Minuten.

Messung der Kolontransitzeit

Weiter können u.a. Kapselendoskopie, Doppelballonenteroskopie, ERCP, Leberbiopsie, Kontrastmittel-Röntgen und MR-Enteroklyse in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Innere Medizin I und der Radiologie im Hause angeboten werden.

Allgemeines

Die genannten, z.T. sehr spezialisierten Untersuchungen werden in der Regel nur nach telefonischer Terminvereinbarung unter +43 7242 415 - 2618 durchgeführt (Reservierung der Geräte, Narkoseterminplanung, Bettenplanung, etc.), Wartezeit meist 2 – 4 Wochen. Ausgenommen natürlich rasch oder sofort notwendige Untersuchungen (z.B. bei Magen-Darm-Blutungen oder Entfernung gefährlicher verschluckter Fremdkörper).

Das abschließende Ergebnis der genannten Untersuchungen (z.B. Auswertung von 24 Stunden Impedanzaufzeichnung, mikroskopische Untersuchung der Gewebeproben von Magen- oder Darmspiegelungen) liegt meist innerhalb von drei Werktagen vor. Ein erster Eindruck und ein Plan für das weitere Vorgehen können sofort nach der Untersuchung besprochen werden.

Team

Ärzteteam:
OA Dr. Markus Prenninger, OA Dr. Franz Eitelberger, Ass. Dr. Suzanne Baumgartner, Ass. Dr. Thomas Hofer, FÄ Dr. Stefanie Grabner, FÄ Dr. Beatrix Wintersteiger

Diplompflegeteam:
DGKP Carola Peter (Manometrie), DGKP Carolina Söllinger (Manometrie)

Klinische Psychologie:
Mag. Martina Tischler

Klinische Sozialarbeiterin:
Maria Ehrengruber, BA

Sonderkindergartenpädagogin:
Iris Aschinger (Trinkschwäche, Gedeihstörung)

Diätologie:
Michaela Großauer, Simone Finsterriegler-Pötscher

Termin- vereinbarung

Ambulanzzeiten nach telefonischer Terminvereinbarung!

Kontakt: Sekretariat der Kinderabteilung, Telefon +43 7242 415 - 2375

Für die Planung von stationären Untersuchungen, Endoskopien und Manometrien sowie deren Befundbesprechung bieten wir auch eine ausführliche Telefonambulanz an, insbesondere für Familien mit längerer Anreise.

  • Bitte eventuelle Risikofaktoren wie Allergien, Blutgerinnungsstörungen oder Vorerkrankungen auch telefonisch bereits angeben!
  • Bitte eventuelle auswärtige Vorbefunde wie Blut- und Stuhltests, Röntgen, Endoskopie Bilder oder Videoaufnahmen für das Telefonat bereitlegen und/oder vorab schicken.

Kontakt: Stationssekretariat, Frau Sonja Bostelmann, Telefon +43 7242 415 - 2618